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Urlaub auf Mallorca könnte teurer werden

Die neue Regierung der Balearen kündigt eine Tourismusabgabe an. Wird das die Urlauber verschrecken?

Mallorca-Hotelier Sebastián Darder. Foto: Emilio Rappold
Emilio Rappold Mallorca-Hotelier Sebastián Darder. Foto: Emilio Rappold

Als auf Mallorca die Befürchtung der Restaurant-Besitzer, Hoteliers und Reiseveranstalter Gewissheit wurde, schlug manch einer verärgert auf den Tisch. Touristen sollen künftig eine Öko-Abgabe zahlen. Das könnte Urlauber abschrecken. Am Ballermann hatte sich die Botschaft noch nicht rumgesprochen. „Eine Urlaubssteuer wird hier eingeführt? Quatsch, wer sagt das denn?“, fragt Rentner Helmut (68) aus Gelsenkirchen so überrascht, dass er fast vom Strandstuhl fällt.

Wer das sagt? Die Sozialistin Francina Armengol, die an diesem Mittwoch als erster weiblicher Regierungschef der spanischen Ferieninseln den Amtseid ablegen soll. Nach den Wahlen im Mai, bei denen die konservative Regierung nach vielen Korruptionsaffären abgewählt worden war, hatte es geheißen, die Sozialisten (PSIB) stünden einer Touristenabgabe skeptisch gegenüber. Doch am Ende mussten sie der Forderung der Öko-Regionalisten der Més und der linken Protestpartei Podemos nachgeben. Noch steht nicht fest, wie hoch die Abgabe sein soll – es ist von einem bis zwei Euro pro Tourist und Nacht die Rede – und wie und wo sie kassiert werden soll.

Ökosteuer gab es bereits und wurde abgeschafft

Die Gegner der Pläne schnauben aber vor Wut. „Eine Ecotasa (Ökosteuer) ist Unsinn“, sagt Sebastián Darder, Chef des Hotelierverbandes von Palmanova/Magaluf. Bei einer fünfköpfigen Familie kämen da schnell hundert Euro zusammen. „Wenn die Abgabe aber erhoben wird, hoffen wir, dass die Einnahmen nicht etwa für soziale Zwecke wie Krankenhäuser oder so verwendet werden, sondern in den Tourismus reinvestiert werden“, fordert Darder.

Andere gehen noch weiter in der Kritik. „Die erwarteten Einnahmen machen den Schaden, der durch die Ecotasa verursacht wird, nicht wett. So verrückt das klingen mag: Schon wegen eines Aufpreises von insgesamt zehn Euro verzichten viele auf eine Reisebuchung“, meint der Chef des Reiseveranstalters Barceló Viajes, Gabriel Subías. Obwohl andere spanische Regionen wie Katalonien mit Touristenabgaben ähnlich der deutschen Kurtaxe gute Erfahrungen machen, haben viele Mallorquiner die Zeit zwischen 2001 und 2003 in Erinnerung.

Dank einer Ökosteuer waren damals zwar 160 Millionen Euro in die Insel-Kassen flossen – unterm Strich blieb aber wegen des Einbruchs der Buchungen ein großes Minus. Man hat nun Angst, dass sich die Ökosteuer – die vermutlich ab 2016 bezahlt werden soll – erneut als Bumerang erweist und vor allem die Billigtouristen unter den 14 Millionen Gästen (darunter vier Millionen Deutsche) verschreckt, die zuletzt Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera jährlich besuchten. Für Rentner Helmut geht es nicht ums Geld, beteuert er, sondern „ums Prinzip“. „Wenn man uns schröpfen will, fahren wir nächstes Mal woanders hin“, sagt er, während die Frau Gattin zustimmend nickt.