Urlaub in Ägypten:

Was Reisende jetzt wissen müssen

Immer neue Auseinandersetzungen in Kairo, etliche Tote, jetzt Notstand: Ägypten ist gleichzeitig jedoch eines der wichtigsten Urlaubsziele der Deutschen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Von einer Kreuzfahrt auf dem Nil rät das Auswärtige Amt derzeit dringend ab.
Ägyptisches Fremdenverkehrsamt Von einer Kreuzfahrt auf dem Nil rät das Auswärtige Amt derzeit dringend ab.

Wie schätzt das Auswärtige Amt die Lage ein?

Das Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen in große Teile des Landes ab. Das gilt auch für die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor und Assuan) sowie Nilkreuzfahrten. Nicht betroffen davon sind die Urlaubsregionen am Roten Meer auf der Festlandseite Ägyptens und auf dem Sinai im Küstenstreifen zwischen Scharm el Scheich und Nuweiba. Da die Auswirkungen der Unruhen in anderen Teilen des Landes nicht absehbar seien, sollten Reisende auch dort besondere Vorsicht walten lassen und die Medienberichterstattung verfolgen. Unbedenklich ist laut Auswärtigem Amt ein Transitaufenthalt am Flughafen Kairo. Dieser funktioniere normal und sei gut gesichert. Für die anderen Teile von Kairo sei zu befürchten, dass sich die Sicherheitslage weiter verschlechtert.

Hat der Ausnahmezustand Auswirkungen auf die Touristen?

Teil des Ausnahmezustands ist eine nächtliche Ausgangssperre. Diese gilt laut Auswärtigem Amt jedoch nicht für die Urlaubsorte auf der Festlandseite des Roten Meeres. Betroffen ist davon jedoch die Provinz Süd-Sinai, dazu gehört unter anderem der Urlaubsort Scharm el Scheich. Am Donnerstag gab es auch den ersten Bericht von Zusammenstößen in Hurghada. Dabei kam nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Mensch ums Leben. Die Reiseveranstalter sagen jedoch, dass die Situation für Touristen am Roten Meer unverändert ruhig ist.

Welche Rechte habe ich, wenn ich eine Ägyptenreise gebucht habe?

Laut dem Reiserechtler Paul Degott aus Hannover müssen Touristen nicht mit Stornierungskosten rechnen, wenn sie jetzt eine Reise nach Ägypten – egal in welchen Teil des Landes – absagen möchten. „In so einer Situation kann man niemandem mehr zumuten, dass er noch in Ägypten Urlaub macht. Ein flächendeckender Notstand heißt: Es kann alles zusammenbrechen, es ist gefährlich.“ Das gilt nach Degotts Einschätzung zunächst nur ungefähr für die kommenden zwei Wochen. Je weiter der Abreisetermin in der Zukunft liegt, desto weniger sicher ist, dass Touristen keine Stornierungskosten tragen müssen. Stornieren Urlauber jetzt schon Reisen, die erst Mitte oder Ende September beginnen sollten, müssten sie unter Umständen damit rechnen, dass sie die Kosten selber tragen müssen.

Wie reagieren die Reiseveranstalter?

Als erster großer deutscher Reiseveranstalter bietet Tui Kunden an, alle gebuchten Reisen in das Land kostenlos umzubuchen. Die Kulanzregelung gelte zunächst für Anreisen bis zum 22. August. Auch Phoenix Reisen reagierte. Der Veranstalter bietet bis 14. September kostenlose Stornierung für Scharm el Scheich an. Die Regelung gilt jedoch nicht für Hurghada. Die anderen großen Reiseveranstalter bieten solche Regelung derzeit noch nicht an. „Die Sicherheitslage am Roten Meer hat sich laut Auswärtigen Amt nicht verändert, auch wir schätzen die Lage dort derzeit als ruhig ein“, sagte ein Sprecher von FTI. Anders ist die Lage in Kairo und Oberägypten. Die Veranstalter bieten deshalb in diese Regionen derzeit entweder gar keine Reisen mehr an oder stornieren diese auf Wunsch kostenlos. FTI bietet kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen zunächst bis zum 15. September an, bei Nilkreuzfahrten bis zum 8. September. Thomas Cook/Neckermann haben Kairo und Luxor bis auf weiteres aus dem Programm genommen. Bei DER Touristik in Köln gilt die Regelung bis zum 15. September, bei Tui bis zum 26. August.

Alltours ist ohnehin nur am Roten Meer vertreten. Bislang bietet das Unternehmen ebenfalls keine kostenlosen Stornierungen an. Eine Reaktion des Duisburger Veranstalters gibt es dennoch: Vorerst finden im ganzen Land keine Ausflüge mehr statt.

Kann ich noch eine Nilkreuzfahrt machen?

Die meisten Veranstalter haben ihre Reisen abgesagt. Phoenix Reisen hat alle Flusskreuzfahrten auf dem Nil bis zum 14. September gestrichen. Auch Schauinsland Reisen bietet bis auf weiteres keine Fahrten an. Nicko Tours hat sich mit seinem Schiff vollständig aus Ägypten zurückgezogen. Die Saison für Nilkreuzfahrten sollte eigentlich im August beginnen und bis Dezember dauern. Der Veranstalter sagte die Touren ab und hat Ägypten auch im kommenden Jahr nicht im Programm.

Auf was müssen sich die Hochseekreuzfahrer einstellen?

Im Herbst und kommenden Winter wird es so gut wie keine Anläufe von Hochseekreuzfahrtschiffen in Ägypten geben. So haben zum Beispiel die Reedereien MSC Kreuzfahrten, Aida Cruises, Costa, Holland America Line, Seabourne sämtliche Fahrten im Roten Meer auf andere Ziele umgeroutet, Stopps an den ägyptischen Mittelmeerhäfen fallen aus.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung