Krise in Griechenland:

Was wird jetzt aus den Griechenland-Touristen?

Die Reisesaison läuft auf Hochtouren – auch in Griechenland. Doch nach dem Referendum könnte auch der Tourismus leiden, befürchten Hoteliers und Restaurantbesitzer.

Die Sommerferien stehen vor der Tür und Tausende Deutsche zieht es – trotz der Krise – zur Erholung nach Griechenland.
Kay Nietfeld Die Sommerferien stehen vor der Tür und Tausende Deutsche zieht es – trotz der Krise – zur Erholung nach Griechenland.

Die Angst geht um bei Hoteliers und Restaurantbesitzern in Griechenland. Sie fürchten, dass nach dem Nein zu den Sparvorgaben der Gläubiger jetzt die Urlauber wegbleiben. Der Tourismus ist in dem von hoher Arbeitslosigkeit und Rezession geplagten Euro-Land einer der wichtigsten Wirtschaftszweige. Fällt auch er aus, verschärft sich die ohnehin schon dramatische Situation weiter.

„Der Schaden ist bereits entstanden“, sagt Christos Pilatakis, Hoteldirektor auf Rhodos. Bereits nach der Ankündigung des Referendums seien vor allem Individualurlauber abgereist. Pauschalreisende seien bisher geblieben. Allerdings gebe es Stornierungen für die nächsten Monate.

Deutsche Urlauber scheinen Hellas vorerst weiter die Treue zu halten. Es gebe keine Hinweise auf geänderte Reisepläne, erklärt der Deutsche Reiseverband DRV. Griechenland zähle in diesem Sommer erneut zu den beliebtesten Zielen der Deutschen.

Für die griechische Wirtschaft ist der Tourismus ein Lichtblick. Er trägt mehr als 16 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Im vergangenen Jahr reisten 22 Millionen Sonnenhungrige aus aller Welt nach Hellas – ein Rekord. Allein rund 2,5 Millionen kamen aus Deutschland. Rund 13,4 Milliarden Euro spülten die Touristen in griechische Kassen.

Pauschalreisen lassen sich nicht kostenlos stornieren

Eine weiteres Rekordjahr scheint angesichts des Dauerdramas zwar wenig wahrscheinlich. Mit einem drastischen Rückgang der Urlauberzahlen rechnet Branchenexperte Ulf Sonntag vom Institut für Tourismus und Bäderforschung vorerst aber nicht. „Die Sommersaison ist schon weitgehend gebucht und auch für die Herbstsaison haben viele die Reise schon festgemacht“.

Anders sieht es dagegen bei Touristen aus dem eigenen Land aus. Hotelier Dimitris Skalidis in der Nähe von Nafplion auf der Halbinsel Peloponnes spricht von einer Katastrophe. „Die meisten werden wohl diesen Sommer Ferien bei der Tante oder den Großeltern machen“.