Fernweh:

Weltreisende müssen heute keine Lottokönige mehr sein

Mehrere Monate einfach mal interessante Länder und Kulturen kennenlernen: Immer mehr Menschen, vor allem junge Leute, nehmen sich Zeit für einen langen Trip. Das Geld dafür verdienen sie oft unterwegs. Aber natürlich kann man auch noch sündhaft teure Luxus-Routen buchen.

 Postkartenkulisse auf Tahiti: Einmal im Leben in die Südsee fliegen – auch Weltreisende können diesen Stop einplanen.
Gregoire Le Bacon  Postkartenkulisse auf Tahiti: Einmal im Leben in die Südsee fliegen – auch Weltreisende können diesen Stop einplanen.

Manche umfliegen die Erde mit vier Stopps in zwei Wochen. Andere sind ein Jahr unterwegs, schauen und hören den Riesenschildkröten auf Galapagos beim Grasrupfen zu, sind in Afrika auf Safari und schaukeln in einer karibischen Hängematte. Wer die Welt ohne Stress genießen will, sollte sich mehr Zeit lassen als Jules Vernes Romanheld Phileas Fogg. Der schaffte es in 80 Tagen und hatte schwere Kisten dabei. Heute reist ein Weltenbummler mit großem Rucksack, der andere mit zwei Rollkoffern.

Mit Jobs die Reisekasse aufbessern

Besonders beliebt sind Destinationen mit viel Sonne, vor allem Asiens Preiswert-Ziele wie Indien, Thailand, Vietnam, Kambodscha, Indonesien, Philippinen. Mancher Weltenbummler verschenkt hier etliche seiner Klamotten und kleidet sich neu ein. Viele günstige Flugrouten führen über Singapur, Hongkong, Australien, Neuseeland, Los Angeles. Gefragt ist auch der amerikanische Kontinent. Genauso im Trend ist inzwischen Ecuador mit Galapagos. Afrika lassen viele aus.

Weltreisen sind weiter ein Nischenmarkt, es gibt dazu keine Statistik. Sicher ist aber: Heute ist so ein Trip einfacher und preiswerter als früher. „Vor allem jüngere Leute unternehmen gerne eine Weltreise, meist mit kleinem Budget. Etliche verbinden sie mit einem Praktikum oder einem mehrwöchigen Job im Ausland“, sagt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV).

Studenten und junge Leute profitieren von speziellen Tarifen. Das Vier-Stopp-Ticket – Europa, Hongkong, Auckland, Rarotonga/Cook Islands, Los Angeles, Europa – bietet STA Travel für 1499 Euro an. Der Veranstalter berät auch zu Ferienjob, Praktikum und Freiwilligenarbeit im Ausland. Das hilft der Reisekasse und bei späteren Bewerbungen. Viele junge Weltenbummler übernachten preisgünstig im Schlafsaal (Dorm), auf der Farm und als Homestay-Gäste bei Einheimischen. Ein ähnliches Ticket für alle Altersklassen offeriert STA ab 1838 Euro.

Traumziele zum Preis von mehreren Zehntausend Euro

Etliche, die von der großen Weltreise träumen, haben genug Geld, aber nur wenig Zeit. Wer es sich beruflich leisten kann, nimmt ein Sabbatjahr. Andere warten bis zur Rente oder Pension und sparen vorher an. Dann lockt ein Ticket der Superlative für alle Kontinente einschließlich Südsee und Karibik: Die Stationen ab Frankfurt: Johannesburg, Hongkong, Singapur, Sydney, Auckland, Tahiti, Osterinsel, Santiago, Guayaquil, Galapagos, Quito, Miami, Antigua, New York, Düsseldorf. Der Anbieter Reiss Aus, der auch allein reisende Frauen und Familien zur Erdumrundung berät, offeriert diese Edel-Route ab 4850 Euro in Economy Class und ab 10 780 in der Business Class.

Der Clou ist der Flug von Santiago de Chile zur Osterinsel im Pazifik und weiter nach Tahiti. Das hat nur LAN im Angebot. Wer im Luxussegment reisen möchte, kann aber auch diese Route wählen: 28 Tage mit Aufenthalten in neun Destinationen – darunter Iguazú-Wasserfälle, Osterinsel, Tahiti, Bora Bora und Bali. Dafür zahlt man etwa 33 000 Euro (Windrose). Eingeschlossen sind Business Class Flüge, Chauffeur und privater Reiseleiter. Es gibt auch à la Carte Reisen – gerne mit Suite auf Hawaii, Mauritius und Seychellen sowie Wüsten-Dinner in Namibia.

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