Tipps fürs Reisen über den Wolken :

Wo ist eigentlich der beste Platz im Urlaubsflieger?

Um es gleich vorwegzunehmen: Der ideale Platz im Flugzeug ist leider schon vergeben. Aber es gibt immerhin noch zweitbeste Plätze. Nur welche das sind, kommt ganz darauf an, wer darauf sitzt. Wer gut fliegen möchte, sollte daher vor allem sich selbst gut kennen.

Die Passagiere am Fensterplatz konnten diesen Sonnenuntergang in vollen Zügen genießen. Aber wie häufig fliegt man in den Sonnenuntergang?
Rene Ruprecht Die Passagiere am Fensterplatz konnten diesen Sonnenuntergang in vollen Zügen genießen. Aber wie häufig fliegt man in den Sonnenuntergang?

Wer schon im Urlaub ankommen will, bevor der Flieger überhaupt gestartet ist, der sollte seinen Platz im Flugzeug mit Bedacht auswählen. Was bringt einem schon der schönste Ausblick direkt über den Flügeln? Warum mit einem nervösen Magen im Heck sitzen, wo die Vibrationen am stärksten sind? Alles wäre einfach, wenn der schönste Platz nicht schon vergeben wäre – da sitzt nämlich der Pilot. Er hat einen prima Ausblick, bekommt leckeres Essen und darf sogar noch selber lenken.

Dennoch müssen Passagiere nicht verzweifeln: Für jeden gibt es einen perfekten Sitzplatz, und zwar ganz nach Wunsch. Der beliebteste Platz im Flieger ist wohl der Fensterplatz, doch nicht immer ist der auch die beste Wahl. Wer nämlich direkt über den Flügeln sitzt, sieht beim
Herausschauen vor allem erst einmal die Tragflächen und dann erst die Landschaft
oder die Wolken, je nach Flughöhe und Wetter. Auch für Passagiere mit einem nervösen Magen oder Flugangst kann ein anderer Platz durchaus sinnvoller sein.

Größte Überlebenschancen gibt es am Notausgang

Einigen bekommt der Blick über den Horizont zwar besonders gut, anderen aber wiederum dreht er erst recht den Magen um. Wer dann schnell zur Toilette will, muss erst einmal an den Passagieren neben sich auf dem Mittelplatz und am Gang vorbei. Wichtige Sekunden können so verloren gehen. Ein Sitzplatz direkt am Gang bietet sich in so einem Fall also sehr viel eher an. Weiterer
Vorteil: Dort kann man auch die Beine so richtig schön ausstrecken.

Andererseits hat ein Fensterplatz natürlich auch seine Vorteile. Der Ausblick kann ganz bezaubernd sein, und ungestört ist man am Fenster meist auch – schließlich fragt einen dort ja niemand alle paar Minuten, ob er mal vorbei darf zur Toilette. Sogar das Schlafen und Ausruhen geht direkt am Fenster besonders gut, denn nur hier kann man seinen Kopf auch seitlich an die Bordwand anlehnen.

Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vielleicht besser in die Nähe des Notausgangs setzen. Hier sind die Überlebenschancen im Falle eines Falles am größten, sagen Fachleute. Aviatik-Experten der Universität Greenwich haben sich mehr als einhundert Flugzeugunglücke genauer angeschaut und mehr als 2000 Betroffene befragt. Das Ergebnis: Die besten Chancen noch einmal davon zu kommen, hat man direkt am Notausgang und in den fünf Reihen davor und dahinter. Ein weiterer Vorteil: Die Beinfreiheit ist direkt am Notausgang meist größer. Es gibt allerdings auch Nachteile: Der größere Freiraum unmittelbar vor dem Notausgang darf nicht mit Handgepäck oder anderem Kram zugestellt werden, schließlich ist und bleibt es ja ein wichtiger Rettungsweg. Auch die Sitze können etwas schmaler ausfallen als anderswo im Flieger, denn in den Seitenteilen müssen oft noch die Tischbrettchen verstaut werden, da die Rückenlehne des Vordermannes dafür zu weit entfernt ist.

Auch der Platz an der Toilette kann sinnvoll sein

Apropos weit entfernt: Wer es etwas ruhiger und leiser mag, der sollte sich nicht unbedingt in die unmittelbare Nähe der Bordküche setzen, denn da ist eigentlich immer etwas los. Essensgerüche sind auch bei einem nervösen Magen nicht unbedingt hilfreich. Zwar kann man die Bordbegleiter hier schneller mit Sonderwünschen nerven, wer aber sicherstellen will, dass er stets die volle Menüauswahl genießen kann, der sollte besser möglichst weit vorne sitzen. In der Regel beginnt die Essensausgabe nämlich vorne im Bug, und wer dann Pech hat und zu weit hinten sitzt, der kann unter Umständen nicht mehr aus allen Gerichten auswählen und bekommt nur noch das, was übrig ist. Wem das auf den Magen schlägt, der wünscht sich einen kurzen Weg zur Toilette. Ein nervöser Magen ist allerdings auch der einzige Grund, warum man ausgerechnet in der Nähe der Toiletten Platz nehmen will. Die davor wartenden Passagiere, das Geklapper der Türen, die Geräusche der Spülung und die entweichenden Gerüche kann man sich ansonsten nämlich getrost sparen.

Magenempfindliche sollten auch den Heckbereich des Fliegers meiden, da dort die Vibrationen und Turbulenzen am stärksten zu spüren sind. Besonders vibrationsarm ist in der Regel die Mitte des Fliegers, was übrigens auch Flugangstgeplagte freuen dürfte. Wer nun immer noch keinen Platz gefunden hat, der sollte sich vielleicht doch besser in der Ersten Klasse umschauen, denn dort gibt es alles, was man sich nur wünschen kann – außer einem winzig kleinen Preis natürlich.

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