:

Röbel: Herzschmerzen beim Abriss des verkohlten Hauses

VonThomas Beigang Da ist schon lange nichts mehr zu retten. Spezialisten beginnen, zwei Röbeler Brandruinen dem Erdboden gleich zu machen. Ein neues Haus ...

Stück für Stück holt der von Volker Rameier mit ganz viel Fingerspitzengefühl geführte Abrissbagger von den ausgebrannten Häusern in Röbel herunter. [KT_CREDIT] FOTO: Thomas Beigang

VonThomas Beigang

Da ist schon lange nichts mehr zu retten. Spezialisten beginnen, zwei Röbeler Brandruinen dem Erdboden gleich zu machen. Ein neues Haus soll schon im Spätherbst wieder stehen.

Röbel.Auf ihren Stock gestützt betrachtet Beate Sommer das traurige Geschehen. Ein Abrissbagger frisst sich mit großem Appetit in das schwarz gefärbte Dachgestühl in der Röbeler Fritz-Reuter-Straße und pflückt mit seinem Maul Balken um Balken herunter. Nicht mehr lange und das Haus mit der Nummer 13 existiert nicht mehr.
Hier brach am 25. Februar ein verheerender Brand aus, dem auch das Nachbargebäude zum Opfer fiel. Ursache des Feuers: Ein technischer Defekt in der Elektroanlage. „Zum Glück lebten wir schon seit geraumer zeit bei meinem Schwiegervater“, sagt Beate Sommer. Nummer 13 sei nicht behindertengerecht gewesen, aber schon zehn Jahre in ihrem Besitz. „Da tut das Herz schon weh“, sagt die Röbelerin, als schon wieder ein verkohltes Stück von Gebälk krachend zu Boden stürzt.
Verantwortlich dafür sind Henry Reggentin und Volker Rameier, Mitarbeiter einer Abrissfirma aus Neustrelitz. Rameier sitzt im Bagger und beweist beim Abtragen der Ruinen in der dicht bebauten Reuter-Straße im Baggerarm mehr Feingefühl als andere in ihren Fingerspitzen. Ganz vorsichtig pult der Mann jetzt eine Stahlbewehrung aus dem Dach und legt die seinem Kollegen vor die Füße. Reggentin schnappt sich seine Kreissäge und „flext“ das Teil in handliche Stücke, die in den Container passen.Mit Argusaugen verfolgt auch Günter Seifert, der in der Nummer 14 sein Versicherungsbüro betrieb, die Abrissarbeiten. Das Haus gehörte der Familie seiner Tochter, spätestens im November soll hier an gleicher Stelle ein neues Haus stehen. Das Geld der Versicherung sei auf dem Konto, sobald die Baugenehmigung erteilt ist, kann alles losgehen. 900 Kubikmeter Abriss, so hat ihm ein Gutachter erzählt, kämen allein beim Abriss der Reuter-Straße 14 zusammen.
Richtig knifflig kann es dabei auch für die Neustrelitzer Experten werden, denn das unbeschadet gebliebene Nachbarhaus steht nur Zentimeter entfernt. „Zum Glück zwei Giebel“, urteilt Baggerfahrer Rameier. Trotzdem: Vom Dach der Nachbarn werden wohl zwei Reihen Dachziegel abgenommen werden müssen, damit beim Herunterreißen des verkohlten Daches nichts in Rutschen kommt. Aber die Männer sind „alte“ Abriss-Füchse.

Kontakt zum Autor
beigang@nordkurier.de