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Scharmützel an der Seitenlinie

VonGünter BorkUnterhaltsam, hitzig, aber sportlich ohne Wert: Im Vorspiel des Champions-League-Finals zwischen Borussia Dortmund und Bayern München endete ...

Ein Dortmunder Fan hält vor dem Spiel ein Plakat mit Trainer Jürgen Klopp – in der Wembley-Pose von Queen-Sänger Freddie Mercury – hoch. [KT_CREDIT] FOTO: Marius Becker

VonGünter Bork

Unterhaltsam, hitzig, aber sportlich ohne Wert: Im Vorspiel des Champions-League-Finals zwischen Borussia Dortmund und Bayern München endete jedoch die Siegesserie des Rekordmeisters.

Dortmund.Nach 14 Siegen seit der Winterpause musste sich der neue deutsche Meister drei Wochen vor dem Duell in Wembley mit einem glücklichen 1:1 (1:1) begnügen. Ein verschossener Handelfmeter von Robert Lewandowski (60.), eine Gelb-Rote Karte gegen Rafinha (65.) und ein heftiges Wortgefecht zwischen BVB-Coach Jürgen Klopp und Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer am Spielfeldrand sorgten für die Aufreger in einer emotionalen letzten halben Stunde. Zuvor hatte Kevin Großkreutz (11.) die Borussen vor 80645 Zuschauer in der ausverkauften Arena mit seinem zweiten Saisontreffer in Führung geschossen und Mario Gomez mit Liga-Saisontor Nummer elf (23.) für den Ausgleich gesorgt.
Die verbalen Scharmützel zwischen Klopp und Sammer wurden nach Ansprache von Schiedsrichter Peter Gagelmann (Bremen) per Handschlag ausgeräumt. „Egal wo diese Partie stattfindet, es ist nie ein Freundschaftsspiel zwischen diesen beiden Mannschaften. Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Wir haben in der zweiten Hälfte in Unterzahl gespielt, da ist es natürlich schwer gewesen“, sagte Bayern-Nationaltorhüter Manuel Neuer. BVB-Coach Klopp ergänzte: „Keiner wollte sich verdächtig machen, dass es ein Freundschaftsspiel wird. Das haben wir gut hingekriegt.“ Zur Szene mit Sammer meinte er: „Das passiert einfach.“
Die Motivation bei beiden Teams war von Beginn an offensichtlich, doch von Spielfluss war nicht viel zu sehen. Denn wie erwartet hatten beide Trainer im Vergleich zu den Halbfinal-Rückspielen in der Königsklasse einige Veränderungen in der Startelf vorgenommen.
Ein Bayer-Star hatte richtig Spaß: Manuel Neuer. Für die vielen Bananen, die die BVB-Fans nach der Pause auf ihn geworfen hatten, rächte sich Manuel Neuer auf seine eigene Weise. Der Nationaltorhüter hielt den Handelfmeter von Robert Lewandowski und sicherte Bayern München somit das 1:1 . Die Bananen habe er „nicht gezählt“, sagte Neuer nach dem Spiel und ergänzte schelmisch: „Ein Freund von mir hat einen Laden in Gelsenkirchen, vielleicht sammle ich sie noch auf.“ Es tat dem 27-Jährigen – als gebürtiger Gelsenkirchener und Bayern-Keeper gleich ein doppeltes Feindbild für die BVB-Fans – sichtlich gut, der Münchner Retter an diesem brisanten Tag zu sein.