Weihnachtsmarkt Stavenhagen:

Schlosshof topp! Boulevard fast Flop

Auf dem Stavenhagener Schlosshof tobte beim Weihnachtsmarkt der Bär. Nur eine Händlerin am Boulevard zog mit und präsentierte sich sichtbar für ihre Kunden.

Beliebt wie immer: Das historische Karussell.
Eckhard Kruse Beliebt wie immer: Das historische Karussell.

Wenn das Stavenhagener Ordnungsamt am Wochenende Dienst gehabt hätte, dann wäre es leicht gewesen, eine gute Zahl Parksünder abzukassieren. Zwei komplette Parkreihen hatten sich in dem Parkverbotbereich des Marktplatzes gebildet. Die eine zur Seite des Neubaublocks, die anderen Pkw rückten dem Reuterdenkmal ganz schön auf den Pelz. Der Rest des Marktplatzes und auch die Stellflächen am Schloss waren ohnehin „ausgebucht“. Doch am Wochenende drückte man offenbar ein Auge zu.

Die Insassen der vielen Pkw zog es zum Weihnachtsmarkt auf dem Stavenhagener Schlosshof. Wohl nur Einzelne machten sich auf in die andere Richtung. Doch auch dort war es ein bisschen weihnachtlich. Aber eben nur ein bisschen.

Mirjam Ranke war am Sonnabend beinahe Einzelkämpferin. Als einzige Händlerin am Bouleveard in Stavenhagen stellte sie sich vor die Tür ihrer Drogerie. Für ihre Kunden bot sie zum Weihnachtsmarkt Schürzkuchen, Gebäck, Punsch und Glühwein an. Sie hatte sich sogar eine kleine Tombola einfallen lassen. Doch das war es beinahe mit dem Weihnachtsglanz in der Fußgängerzone. Wenn da nicht noch das Büro von Peter Ritter (Die Linke) gewesen wäre, das ein Tischchen vor der Tür gestellt hatte. Und wenn da nicht auch andere Händler in ihren Geschäften Glühwein oder Kaffee angeboten hätten...

Aber dann ist Mirjam Ranke doch noch viele Schürzkuchen los geworden. Viele Reuterstädter aus dem Neubaugebiet strömten am Nachmittag zum Weihnachtsmarkt auf dem Schlosshof und an ihrer Tür vorbei. Das vergangene Jahr, Halloween und das Oktoberfest seien für sie gut gelaufen, betont sie. Da wolle sie auch zu Weihnachten Flagge zeigen. „Auch viele Stammkunden freuen sich, dass ich das hier mache“, sagt sie.

Doch vor und im Schloss tobte richtig der Bär. Der Schlossplatz hat sich trotz aller Diskussionen, den Weihnachtsmarkt auf den Markt und Boulevard zurückzuholen, als uneingeschränkter Standort herauskristallisiert. Da hielt man ein Schwätzchen, schaute mit einem Glühwein oder einer Bratwurst in der Hand Kindern und Enkeln zu, wie sie sich mit dem Karussell drehten oder man stöberte bei den Verkaufsständen im Schloss. Wilfried Böhme, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins verloste wieder die Gänse, die die Händler für ihre Kunden gesponsort hatte. In diesem Jahr zog er die Lose aber nur etappenweise. Aus der Erfahrung heraus: Denn wenn die beliebte Gänseverlosung vorüber war, leerte sich der Weihnachtsmarkt im Nu.

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