| Sportexoten | |||||||||
| Gerangel wie im Haifischbecken | |||||||||
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Von Sybille Marx |
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| Greifswald. Sofort ist Bewegung im Becken. Sechs, sieben Körper schnellen auf einen Punkt unterhalb der Wasseroberfläche zu. Zwischen Schaumkronen und Wellen blitzen Flossen und Ellbogen auf. Wenn die Spieler vom Tauchclub Uni Gryps Greifswald gegen Rostocker Taucher Unterwasserrugby spielen, herrscht Gerangel wie zur Fütterungszeit in einem Haifischbecken. So auch heute im Greifswalder Freizeitbad. Es spritzt und schwappt und sprudelt. Die Beute, um die sich die zwölf Spieler balgen, ist allerdings kein Tier, sondern ein mit Salzwasser gefüllter Plastikball. Der muss in den gegnerischen Korb bugsiert werden, in fast vier Metern Tiefe. Eine Druckluftflasche mit Sauerstoff darf nur der Schiedsrichter für die zwei mal zwanzig Spielminuten anschallen. Wer Unterwasserrugby spielen will, muss also lernen, die Lungen vor jedem Angriff oder Verteidigungszug per Schnorchel blitzschnell vollzupumpen und mit der Ration möglichst lang auszukommen. Eine viertel Minute oder mal eine ganze, und das bei großer körperlicher Anstrengung. |
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Gefährlich finden die Taucher ihren Sport trotzdem nicht. „Zur Not lässt man den Ball eben los und ist wieder frei“, sagt Peter Liutkus. Seit er die Panikgefühle überwunden hat, macht ihm die nasse Rugby-Variante „nur noch Spaß“. Denn dabei kann er tauchen, „und es ist ein Mannschaftssport“. |
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| Junger, schneller Sport mit Suchtfaktor | |||||||||
| Erfunden wurde Unterwasserrugby in den 60er-Jahren im Ruhrgebiet. Vor etwa drei Jahren hat die Disziplin Greifswald erreicht und dort inzwischen rund 20 Taucher in ihren Bann gezogen. Molekularbiologe Johannes Kabisch, der das Training in der Hansestadt leitet, meint: „Man wird schnell süchtig.“ Er selbst schätzt an der Sportart den Ausgleich zur Laborarbeit. „Man kann sich richtig auspowern“, sagt er. Und dabei sei Unterwasserrugby nicht so hart, wie es aussehe. „Wenn man es gut spielt, ist es ein sehr strategisches Spiel.“ Schnelle Sprints, gezielte Pässe darauf komme es an. |
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| Das „Deckel-Dackel-Prinzip“ | |||||||||
| Dass gute Pässe am Anfang nur schwer zu schaffen sind, weiß Peter Liutkus aus eigener Erfahrung. „Der Ball ist ziemlich schwer und verhält sich im Wasser ganz anders als an der Luft“, hat er festgestellt. „Wenn man ihn anschneidet, reagiert er viel extremer.“ Und nur Spieler mit viel Kraft schafften es, mit einem Pass zwei bis drei Meter zu überbrücken. Eines der wichtigsten Verteidigungsmanöver von Unterwasserrugby-Spielern ist das sogenannte Deckel-Dackel-Prinzip: Der Torwart legt sich als „Deckel“ über den Korb, ein zweiter Verteidiger postiert sich als „Dackel“ davor und wehrt die Angreifer ab. „Richtig effektiv ist das, wenn sich die zwei Spieler mit zwei weiteren abwechseln“, erklärt Peter Liutkus, der das schon mal von außen beobachten konnte, an einem Schwimmbecken mit Glasscheibe. Sobald „Deckel“ und „Dackel“ Luft brauchten, stiegen sie nach oben, zwei Auswechsler stiegen ab. „Wie ein Paternoster“, erzählt Liutkus und sagt anerkennend: „Die Rostocker machen das auch sehr schön.“. |
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| Zwei Teams in der Landesliga | |||||||||
| Dass sich die Rostocker und die Greifswalder Mannschaften ganz gut kennen, liegt übrigens nicht nur an der räumlichen Nähe. Seit Jahresanfang kämpfen Teams aus den beiden Orten auch in der neu gegründeten Landesliga Mecklenburg-Vorpommern gegeneinander als einzige Teilnehmer. Daneben spielt Rostock 2. Bundesliga. Und manchmal tauchen dann ein paar Greifswalder mit unter. Hai hilft Hai. |
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