3. Liga:

6000 Fans peitschen Hansa-Elf nach vorn

Beim Ost-Derby gegen die millionenschweren „Roten Bullen“ in Leipzig bieten die Küstenkicker eine engagierte Partie.

Auswärtssieg in Leipzig: Die Rostocker Johan Plat (links) und Shervin Radjabali-Fardi jubeln nach dem Treffer des Holländers. 
Sebastian Willnow Auswärtssieg in Leipzig: Die Rostocker Johan Plat (links) und Shervin Radjabali-Fardi jubeln nach dem Treffer des Holländers. 

Über 6000 mitgereiste Fans, die ihre Mannschaft in der Leipziger Red-Bull-Arena lautstark angefeuert hatten, waren aus dem Häuschen, als Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie in der fünften Minute der Nachspielzeit abgepfiffen hatte. Fußball-Drittligist Hansa Rostock konnte auch das Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten RasenBallsport Leipzig mit 2:1 (1:0) gewinnen. Zwar rangieren die Hanseaten weiterhin auf Rang zehn, haben aber nur noch vier Punkte Rückstand auf den Tabellendritten FC Rot-Weiß Erfurt, der am kommenden Sonnabend in der Rostocker DKB-Arena gastiert.

„Zu diesem Spiel hoffen wir jetzt natürlich auch auf viele Zuschauer im eigenen Stadion“, wünscht sich Denis Weidlich eine stattliche Kulisse für das Duell mit den Thüringern. Der 27-jährige Innenverteidiger hatte gleich in mehrfacher Hinsicht großen Anteil am verdienten Auswärtssieg der Hanseaten in Leipzig. Zum einen machte Denis Weidlich einen guten Defensiv-Job und sorgte dafür, dass die Gastgeber nur selten einmal gefährlich vor dem Hansa-Tor aufkreuzten. Und mit seiner schönen Vorarbeit auf der rechten Seite bereitete er in der 52. Spielminute auch das vorentscheidende 2:0 der Rostocker vor. Seine halbhohe Eingabe fälschte Johan Plat entscheidend ab und war nach der Partie nicht nur wegen des Sieges in bester Laune: „Die Stimmung hier war einfach unglaublich. Zuhause in Holland glaubt mir kein Mensch, dass hier so etwas in der 3. Liga möglich ist!“

Für den 1:0-Führungstreffer hatte acht Minuten vor der Pause David Blacha gesorgt. „Ich bin eingelaufen und habe gehofft, dass der Ball genau so kommt. Und dann treffe ich ihn volley auch noch genau so, wie man ihn treffen muss“, freute sich der 23-jährige Mittelfeldspieler, der allerdings nach einer Stunde vom Feld humpelte: „Ich hatte eine Verhärtung und wollte nicht, dass die Verletzung schlimmer wird.“.

Für Blacha kam Manfred Starke ins Spiel und besaß eine der größten Torchancen der Hanseaten in dieser Partie. Doch als der 22-jährige Namibier in der 72. Spielminute allein auf Torhüter Domaschke zulief, versagten ihm die Nerven. Zwölf Minuten zuvor war den Gastgebern der Anschlusstreffer gelungen. Bei einem direkten Freistoß von Dominik Kaiser sah Johannes Brinkies nicht besonders glücklich aus, denn der 20-jährige Hansa-Keeper ließ den Ball ins kurze Eck rutschen. Doch Trainer Andreas Bergmann wollte seinen Torhüter nicht kritisieren. Er machte eher die schlechte Chancenverwertung seiner Mannschaft dafür verantwortlich, dass es bis zum Ende spannend blieb: „Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir mindestens noch eine unserer zahlreichen Möglichkeiten in der zweiten Halbzeit genutzt hätten. Dann wäre es für mich an der Außenlinie deutlich entspannter gewesen.“

Allerdings sparte der Rostocker Coach auch nicht mit Lob: „Insgesamt bin ich natürlich sehr zufrieden mit meiner Mannschaft. Taktisch hat sie sehr diszipliniert gespielt, gepaart mit einer tollen kämpferischen Einstellung. Schon in der ersten Halbzeit hatten wir die klareren Chancen und haben über die gesamten 90 Minuten kaum etwas zugelassen. Und dies, obwohl wir bis zum Ende versucht haben, mitzuspielen.“ Einen großen Anteil am Hansa-Sieg hatten aus seiner Sicht auch die zahlreichen Fans: „Sie haben uns richtig nach vorne gepeitscht.“

Hansa: Brinkies – Mendy, Weidlich, Ruprecht, R. Fardi – Haas, Pekovic – Jakobs, Blacha (61. Starke) – Plat (85. Grupe), Kucukovic (74. Ioannidis)

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