Boxen:

Aufregung vor dem WM-Kampf? Nicht bei Brähmer!

Jürgen Brähmer hat langsam genug von immer gleich ablaufenden Trainingstagen. Er sehnt den Weltmeisterkampf im Halbschwergewicht am14. Dezember herbei – genau wie 5000 begeisterte Fans.

Jürgen Brähmer (r.) und sein Trainer Karsten Röwer zeigen sich gut gelaunt im letzten öffentlichen Training vor dem WM-Kampf.
Denny Kleindienst Jürgen Brähmer (r.) und sein Trainer Karsten Röwer zeigen sich gut gelaunt im letzten öffentlichen Training vor dem WM-Kampf.

Jürgen Brähmer steigt in den Ring der Sportschule Güstrow. Er boxt ein paar Mal in die Luft, während er den raumhohen Spiegel, der vor ihm an der Wand hängt, fest im Blick hat. Dann steigt Trainer Karsten Röwer zu ihm in den Ring und gibt den Sparringspartner. Brähmer boxt gegen dessen hochgehaltene Hände. Bam Bam Bam! Die Schläge sind hart und kommen schnell.

Ein paar Sparringspartner hat Brähmer während der Vorbereitung auf seinen WM-Kampf schon verschlissen. „Wo gehobelt wird, fallen Späne“, sagt der Schweriner dazu. Röwer gibt noch ein paar Stellungstipps, weist seinen Schützling zum Beispiel auf die richtige Schulterhaltung hin. Die Stimmung ist locker bei diesem letzten öffentlichen Training. Beide scherzen. Brähmer amüsiert sich über die anderen Boxer des Sauerland-Teams, die sich außerhalb des Ringes warm machen und dehnen. Er ruft ihnen seinerseits Haltungstipps zu.

Seit Wochen wird intensiv trainiert

Viel Zeit bleibt nicht mehr bis zum großen Kampf am14. Dezember in Neubrandenburg. Und Brähmer sehnt ihn herbei. Er sagt: „Der Kampf kann kommen.“ Seit nunmehr zwölf Wochen läuft die intensive Training-Phase. Zwei Wochen davon ist Brähmer nun schon in Güstrow. „Zum Kampf hin, wird die Vorbereitung immer spezieller“, sagt der Boxer. Sie habe mit den Grundlagen und dem Schärfen der Instinkte begonnen, gefolgt vom Lauf- und Ausdauer-Training, und schließlich dem Kraft-Training.

Intensive Vorbereitung bedeutet dabei: Für jede Woche gibt es einen festen Plan, jeder Tag hat sein Programm. Jürgen Brähmer spricht daher vom „Tapetenwechsel“, auf den er so langsam aber sicher Lust habe.

Röwer überrascht das nicht angesichts der immer gleichen Abläufe in den letzten Tagen. „Wir spielen auch nicht mehr so viel Volleyball oder Fußball, was Jürgen immer gern macht.“ Eine längere Vorbereitungszeit, um noch mehr zu trainieren, wünscht sich auch Röwer nicht. Er hofft vielmehr, dass Brähmer verletzungsfrei durch die Vorbereitung kommt. „Die Anspannung ist groß. Wird endlich Zeit, dass es soweit ist.“

Fast alle Eintrittskarten weg

Dass fast alle Eintrittskarten für den WM-Kampf verkauft sind, ist für Brähmer ein zusätzlicher Ansporn. „Schön, dass es so viele Leute interessiert. Das ist eine Belohnung für das harte Training“, sagt er. Indes warnt der frühere Boxweltmeister Sebastian Sylvester vor dem vermeintlichen Heimvorteil. „Jürgen muss aufpassen, dass er sich nicht frühzeitig verausgabt. Es ist schon ein fantastisches Gefühl, wenn etwa 5000 Leute in dieser Halle deinen Namen rufen. Als Lokalfavorit darf man in so einem Moment nicht zu viel wollen“, sagt der Greifswalder, der seinen IBF-WM-Titel 2009 im Neubrandenburger Jahnsportforum gewonnen und später verteidigt hat. 

Neben vielen begeisterten Fans hat Jürgen Brähmer am 14. Dezember auch prominente Unterstützer. Während seines Walk-Ins wird die Band Jupiter Jones live im Jahnsportforum spielen.

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