Auftakt in der Champions League:

Bayern startet mit Kantersieg - Bayer verliert

Während die Münchner da weitermachen, wo sie in der letzten Saison aufgehört haben, muss Bayer Leverkusen eine schmerzliche Niederlage hinnehmen. Manchester United ist eine Nummer zu groß.

Antonio Valencia von Manchester obenauf, Sidney Sam und Leverkusen am Boden.
Federico Gambarini Antonio Valencia von Manchester obenauf, Sidney Sam und Leverkusen am Boden.

Mit dem Selbstverständnis eines Champions hat der FC Bayern einen erfolgreichen Start zur erfolgreichen Titelverteidigung in der Königsklasse hingelegt. Ungeachtet des Wirbels um Matthias Sammer begnügten sich die Münchner beim 3:0 (2:0) gegen ZSKA Moskau am Dienstagabend damit, den Klassenunterschied nicht mit noch mehr Toren zu dokumentieren. David Alaba (4. Minute), Mario Mandzukic (41.) und Arjen Robben (68.) sorgten vor 68 000 Zuschauern für den nie gefährdeten Heim-Erfolg über den russischen Fußball-Meister. 115 Tage nach dem Triumph im Londoner Wembleystadion über Borussia Dortmund eröffnete der Titelverteidiger die neue Saison der europäischen Premiumliga direkt mit dem ersten Treffer. Einen Freistoß aus 27 Metern schlenzte Alaba über die wie versteinert stehende ZSKA-Mauer, Moskaus Keeper Igor Akinfejew rutschte der haltbare Ball unter den Händen durch.

Die Bayern zeigten alles andere als „Dienst nach Vorschrift“ (Sammer). Auch mit der frühen Führung gaben sich die Münchner keineswegs zufrieden. Mit viel mehr Zug zum Tor als noch zuletzt offenbarte sich von Beginn an eine eklatante Überlegenheit des Heimteams. Moskau fehlte hinten die Kompaktheit, die Münchner kombinierten über die Flügelzange Robben und Franck Ribéry immer wieder gefährlich in den gegnerischen Strafraum. Nach maßgenauer Vorlage des emsigen Rechtsverteidigers Rafinha übersah Mandzukic allerdings den besser postierten Thomas Müller und vergab nach nur sieben Minuten freistehend gegen den diesmal starken Akinfejew das 2:0. Wie schon diese Saison erprobt, sicherte Philipp Lahm als Vertreter des zuletzt angeschlagenen Bastian Schweinsteiger vor der Abwehr souverän alleine ab, einzig Ahmed Musas Schuss aus 17 Metern brachte das Tor von Manuel Neuer ansatzweise in Gefahr (12.).

Auf der anderen Seite sorgte vor allem Mandzukic immer wieder für brenzlige Situationen. Zunächst prallte der Kopfball des Kroaten vom Innenpfosten zurück zu Akinfejew (37.), nur vier Minuten später war der russische Nationaltorhüter machtlos. Nach feiner Freistoßfinte von Ribéry und Robben verwandelte Mandzukic per Kopf. Ein deutliches Chancenplus und Ballbesitz von 71 Prozent waren zur Pause Ausdruck der Bayern-Dominanz.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit schalteten die Münchner zunächst noch nicht sofort in den Ligamodus. Die knallharte, aber etwas unplatzierte Direktabnahme von Robben wehrte Akinfejew zur Ecke ab (49.). Gegen körperlos agierende Moskauer konnte sich die Guardiola-Elf selbst vereinzelte Aussetzer wie Dantes Ballverlust nach gut einer Stunde leisten. Nach kurzer Ruhephase verwöhnte Alaba die Bayern-Fans mit einem Kabinettstückchen: Per Lobpass über die ZSKA-Abwehr bediente der Österreicher Robben, der die Vorlage sicher verwertete.

559 Tage nach dem Debakel von Barcelona hat Bayer Leverkusen bei der Rückkehr auf die große Bühne Champions League erneut Lehrgeld bezahlt. Beim englischen Fußball-Rekordmeister Manchester United kassierte Bayer eine 2:4 (0:1)-Niederlage. Die beiden Stürmerstars Wayne Rooney (22. und 70. Minute) und Robin van Persie (59.) sowie Antonio Valencia (79.) schossen den verdienten Sieg für den zweimaligen Champions-League-Sieger heraus. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Bayer-Kapitän Simon Rolfes (54.), außerdem traf Ömer Toprak (88.). Eine Vorführung wie beim peinlichen 1:7 gegen Barcelona vor eineinhalb Jahren wurde es zwar nicht, dennoch waren die Leverkusener vor 75 811 Zuschauern in Old Trafford gegen die individuelle Klasse des 20-maligen englischen Meisters letztlich chancenlos. „Wir bekommen die Tore in einer Phase, wo wir am Drücker waren. Das haben wir leider nicht ausgenutzt“, meinte Bayer-Schlussmann Bernd Leno.

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