Boxen:

Brähmers Fäuste als Argumente im TV-Poker

Boxen in der Krise? Promoter Kalle Sauerland zumindest sieht eher einen positiven Trend. Aber auch bei der Boxgala in Neubrandenburg zeigt sich, dass die „zweite Reihe“ noch etwas Zeit braucht.

Weltmeister Jürgen Brähmer mit Ringrichter Raul Caiz Sen.
Bernd Wüstneck Weltmeister Jürgen Brähmer mit Ringrichter Raul Caiz Sen.

Box-Promoter Kalle Sauerland wagte nach dem Sieg von Jürgen Brähmer im WM-Kampf gegen Marcus Oliveira schon mal einen Blick in die nähere Zukunft. „Jetzt kommt für Jürgen erst einmal eine freiwillige Titelverteidigung, vielleicht im April, dann könnte es einen Kampf gegen den Kasachen Beibut Schumenow geben.“ Die gute Nachricht: Einer dieser Kämpfe steigt wieder in Neubrandenburg.

Der Fight gegen Schumenow wäre ein Kracher und ebenso ein medialer „Zahltag“. Und genau darum ging es auch beim Brähmer-Kampf. Durch den Erfolg lieferte der Schweriner seinem Arbeitgeber Sauerland Promotion gute Argumente für die demnächst beginnenden Vertragsverhandlungen um die Fortsetzung der TV-Kooperation mit der ARD. Da gab es in der Vergangenheit Spekulationen, dass die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten gefährdet sei. Kalle Sauerland zerstreute all diese Bedenken – zumal er jetzt mit drei Weltmeistern und etlichen Interkontinentalen Champions eine ganz gute Basis hat. Allerdings die TV-Zugpferde von einst, wie etwa ein Arthur Abraham sind in die Jahre gekommen. Und auch Jürgen Brähmer hat bereits 35 Lenze auf dem Buckel.

Daher: Nachwuchs dringend gesucht!

Bei der Neubrandenburger Boxgala gaben einige Jungs aus der zweiten Reihe ihre Visitenkarte ab. Bereit für mögliche Titelkämpfe steht Halbmittelgewichtler Jack Culcay, der gegen den Franzosen Dieudonne Belinga zwar über die Runden ging, dabei aber ein gute Figur abgab. Auf dem Sprung zeigte sich auch Schwergewicht Kubrat Pulev, der dem Ami Joey Abell an dessen Grenzen führte. Für den Schützling von Trainer Otto Ramin ist seit Längerem ein Kampf gegen einen Klitschko im Gespräch. „Wir arbeiten weiter und bereiten uns darauf vor“, wollte Ramin den Ball noch flach halten. Pulev selber, der einst bei den Amateuren Europameister war, sah die Zukunft optimistischer: „Dieser Kampf gegen einen starken Gegner war eine weitere Stufe auf der Treppe bis zu einem Klitschko-Fight.“

Beim Blick in den „Kindergarten“ des Sauerland-Stalls überzeugten vor allem zwei Berliner Jungs. Tyron Zeuge und Enrico Kölling. Vor allem Super-Mittelgewichtler Zeuge, der von Brähmer-Coach Karsten Röwer trainiert wird, zeigte eine reife Vorstellung. Box-„Opa“ Alessio Furlan, der einst schon gegen Sebastian Sylvester im Ring stand, hatte gegen den hart schlagenden Zeuge null Chance.

Der erfolgreichste deutsche Olympia-Boxer von London, Dominik Britsch, machte in Neubrandenburg eher einen Schritt zurück. Sein Punktsieg gegen den Tunesier Soufine Querghi war echt schmeichelhaft.  Auf höhere Weihen muss Britsch wohl noch etwas warten. Bleiben also die bekannten Gesichter, mit denen Sauerland bei den TV-Verhandlungen punkten will. Brähmers Fäuste sind ein gutes Argument. 

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