Fußball:

Brasilien bringt Löw ins Schwärmen

In einem Urlaubsparadies nahe Salvador beginnt für den Bundestrainer der Countdown zum WM-Start. Am Freitag findet die Gruppenauslosung statt.

Bundestrainer Joachim Löw.
Andreas Gebert Bundestrainer Joachim Löw.

Endlich wird es konkret für Joachim Löw. Mit dem Flug nach Salvador do Bahia an der brasilianischen Atlantikküste hat am Dienstag für den Chef der DFB-Titelmission 2014 die nächste heiße Phase begonnen. Für Löw ist zwar Gastgeber Brasilien der Topfavorit bei der 20. Fußball-WM im kommenden Sommer. Sein Team werde aber alles daran setzen, nach 18 Jahren wieder einen Titel nach Deutschland zu holen, betonte der noch entspannt wirkende Bundestrainer vor der WM-Gruppenauslosung am Freitag in Costa do Sauípe rund 75 Kilometer von Salvador entfernt.

„Die Spieler kämpfen verbissen darum. Sie sind ehrgeizig, das zu erreichen. Aber Weltmeister zu werden, ist nicht gerade das Einfachste auf der Welt“, sagte Löw.„Wenn jemand denkt, wir Deutschen müssen nur an den Zuckerhut fliegen und einfach den WM-Pokal abholen, diese Leute verkennen die Situation“, warnte der DFB-Chefcoach.

Schon in der Vorrunde hält Löw eine Supergruppe für möglich. „Aber es ist wie 2012 bei der EM, als wir auch drei starke Gegner in der Vorrunde hatten. Manchmal ist es auch ein Vorteil, wenn du gleich in dem Turnier voll drin bist und die Konzentration hochfährst“, erklärte der 53-Jährige vor seiner Dienstreise, bei der er auch das WM-Stammquartier der deutschen Nationalmannschaft festlegen will. „Anders als vor acht oder zwölf Jahren macht man sich keine Illusionen mehr, dass man in der WM-Vorrunde zwei oder sogar drei relativ einfache Gegner bekommen könnte“, betonte Löw.

„Man kann es sich eh nicht aussuchen“, bemerkte Thomas Müller vom FC Bayern, Torschützenkönig der WM 2010 in Südafrika, zu drohenden Vorrunden-Gegnern wie Italien, Niederlande oder England sowie unbequemen Kontrahenten wie der Elfenbeinküste, Chile oder der USA mit Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann als Chefcoach. Mit dem Setzen und Losen am Freitag rückt auch für die deutschen Spieler das Abenteuer Brasilien ein großes Stück näher. „Eine WM steht für einen Spieler über allem anderen. Es ist eine nationale Angelegenheit“, unterstrich Löw. Und natürlich wisse man, „dass ein Titel immer etwas ganz Besonderes ist“.

Mit dem Heimvorteil sind die Gastgeber für Löw erster Anwärter auf die WM-Krone im kommenden Sommer: „Zuletzt hat mich Brasilien beim Confed Cup sehr beeindruckt. Gute Defensivarbeit, Ordnung, Organisation - das sieht man neben aller individuellen Klasse. Dazu bringen die Brasilianer im Vergleich zu den vorangegangen Jahren auch eine sehr gute Physis mit.“ Der Freiburger, der vor seinem vierten Turnier als Bundestrainer steht, freut sich auf eine hochemotionale WM in einem Fußball-Traumland: „Es wird nirgendwo Fußball intensiver gelebt und geliebt als in Brasilien.“