Volleyball:

Deutsche Damen haben Titel im Blick

Für Deutschlands Volleyballerinnen geht es ab Freitag um alles: Der EM-Titel soll her.

Saskia Hippe (links) und Margareta Kozuch wollen bei der EM mit ihren Kolleginnen endlich den Titel holen.
Jörg Carstensen Saskia Hippe (links) und Margareta Kozuch wollen bei der EM mit ihren Kolleginnen endlich den Titel holen.

6,4,2,1? Auf dem Weg zum ersten EM-Triumph soll den deutschen Volleyballerinnen auch die Titelarithmetik helfen. Nach Platz sechs vor sechs Jahren, Rang vier 2009 und dem Trauma der Finalniederlage vor zwei Jahren wollen sich Margareta Kozuch & Co. vor heimischem Publikum auf eine Traumreise begeben. „Wir können die Goldmedaille gewinnen, und wir wollen auch die Goldmedaille gewinnen“, sagte Nationaltrainer Giovanni Guidetti vor der 28. Auflage des Turniers.

Gelingt der Coup seiner jungen Mannschaft, steht für den Italiener schon mal eines ganz klar fest: „Im Siegesfall gibt es eine 24-Stunden-Party.“

Vor der ersehnten Sause beim Saison-Höhepunkt vom 6. bis 14. September im eigenen Land und der Schweiz türmen sich vor Kapitänin Kozuch und ihren Teamkolleginnen aber dicke Brocken auf. Auf dem Weg zum Coup schätzt Trainer Guidetti vor allem Titelverteidiger Serbien, Rekordsieger Russland und Emporkömmling Türkei als gefährlichste Gegner ein. Zunächst will das deutsche Team aber den Gruppensieg holen.

Außenseiter Spanien als Auftaktgegner am Freitag (17 Uhr) in Staffel A, das nicht zu unterschätzende Leichtgewicht Niederlande tags darauf (17 Uhr) und schließlich am Sonntag (18 Uhr) in Halle/Westfalen der EM-Dritte aus der Türkei sollten nicht zu Stolpersteinen werden.

Pikant: Als Vereinstrainer von Triplesieger Vakifbank Istanbul kennt Guidetti die Mannschaft vom Bosporus aus dem Effeff. Besonders kurios: Auch Guidettis Verlobte Bahar Toksoy spielt für die Türkinnen. „Wenn wir verlieren, kriegt sie ein Jahr lang den Schlüssel von der Wohnung nicht“, meinte der 40-Jährige scherzend über den „Worst Case“ im letzten Vorrundenspiel.

Zwei Jahre nach dem niederschmetternden 2:3 im Endspiel von Belgrad, als ein schier unglaublicher Einbruch Gold kostete, lastet nun vor den heimischen Fans großer Druck auf der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Guidetti und seine Schützlinge hoffen auch auf den Faktor Zuschauer. „Wir haben bei der EM in Serbien erlebt, was es bedeutet, wenn das Heim-Team unterstützt wird“, erinnerte der Italiener an das Turnier 2011. Der Empfang in Halle konnte sich jedenfalls sehen lassen. Mit einer XXL-Torte aus Marzipan empfing der Veranstalter die Damen-Auswahl.

Das große Titel-Schlemmen soll für den EM-Zweiten von 2011 nach gut drei Monaten Vorbereitung aber erst noch kommen. Auch ohne die 33 Jahre alte Ausnahmespielerin Angelina Hübner, die sich in diesem Jahr eine Auszeit genommen hat.

Dafür werden die Blicke auf Kapitänin Margareta Kozuch gerichtet sein. Die Hamburgerin mit polnischen Wurzeln warnt jedoch vor übertriebenem Enthusiasmus. „Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen, sonst kann man früh stolpern. Der EM-Sieg wäre aber ein Traum.“ 1983 und 1987 gelang der DDR der Coup – jetzt wollen die DVV-Frauen Geschichte schreiben.

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