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Duell der Enttäuschten

Das hatten sich beide Teams mit Sicherheit etwa anders vorgestellt. Wenn der 1. FC Neubrandenburg und der Malchower SV am Freitagabend in der Fußball-Oberliga aufeinandertreffen, dann ist dies ein Kellerduell.

Für die Malchower um Gordon Grottkopp (l.) geht die Reise am Freitag nach Neubrandenburg.
Jens-Uwe Wegner Für die Malchower um Gordon Grottkopp (l.) geht die Reise am Freitag nach Neubrandenburg.

„Dann müssen wir jetzt eben in Neubrandenburg einen Dreier einfahren.“ Eine gehörige Portion Trotz lag in der Stimme von Malchows Abwehrmann Robert Quaschning nach der 1:3-Heimpleite gegen Brandenburg Süd. Den Optimismus für die Kampfansage nahm der MSV-Fußballer wohl zuerst aus der Tatsache, dass auch die Viertorestädter in dieser Saison ganz schwer aus den Puschen kommen. „Die haben sogar drei Niederlagen eingefahren, warum soll uns da nichts gelingen?“, so Quaschning.

So gesehen ist das Oberliga-Derby am Freitag auf dem Neubrandenburger Ligaplatz (Anstoß 19.30 Uhr) schon für beide Teams eine richtungweisende Geschichte. „Wer verliert, der muss erst einmal kleine Brötchen backen“, meint MSV-Trainer Sven Lange. Den plagen überdies personelle Probleme: Nachdem Kevin Blumenthal gegen Brandenburg Süd Gelb-Rot gesehen hat, brütet Lange um die Abwehrformation. Gut, dass in dieser Situation Georg Schumski seine Rot-Sperre abgebrummt hat. Eine weitere Option hat Lange durch den defensiven Mittelfeldmann Zdenek Kucera bekommen, der beim MSV bleibt. Dagegen sind die Gedankenspiele um brasilianische Verstärkungen vom Tisch. „Wir machen keine verrückten Dinge. Wir wollen mit dem bestehenden Kader das Ziel Klassenerhalt schaffen, ohne dass wir finanzielle Risiken eingehen. Und wir glauben, dass wir dieses Ziel auch erreichen können“, nimmt Sven Lange die Herausforderung an.

 

"Neubrandenburg hat auch Probleme"

Was das Punkten betrifft, soll es möglichst schon morgen losgehen: „Neubrandenburg hat auch Probleme. Wir wollen dort unsere Chance suchen“, sagt Lange, der den Gegner beim 2:5 in Luckenwalde genau unter die Lupe genommen hat. An der Pleite in Brandenburg hat FCN-Trainer Jürgen Bogs immer noch zu knabbern. Vor allem die Defensive erweist sich bislang als das große Sorgenkind. „In der Vorsaison war die Abwehr unser großes Plus. Die elf Gegentore jetzt sprechen Bände“, sagt Bogs, der ein wenig ratlos wirkt angesichts der Pannenserie. Denn mit Nawotke, Träger oder Buschke ist ja Qualität vorhanden: „Wir machen aber zu viele einfache Fehler, da stimmt was nicht.“ Der Cheftrainer zieht in Erwägung, zumindets auf der Torhüterposition einen Wechsel vorzunehmen – Marcin Markiewicz wieder raus, Alexander Walter wieder rein: „Wer als Torwart Fehler macht, muss damit rechnen, sich auf der Bank wiederzufinden.“