Leichtathletik:

Frösche als Glücksbringer für die WM im Gepäck

Mit der neuen persönlichen Bestleistung von 6430 Punkten hat sich Julia Mächtig als beste deutsche Siebenkämpferin für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften qualifiziert. Die 27-Jährige ist auch einzige Starterin des SC Neubrandenburg in Moskau.

Seit Jahren Julia Mächtigs Trainer: Klaus Baarck
Heiko Brosin Seit Jahren Julia Mächtigs Trainer: Klaus Baarck

Sie hat sie in Pralinenform im Schrank liegen, auf Keramik oder Glas gedruckt und natürlich zahlreich als Plüsch auf Regalen oder Couch sitzend in der Wohnung: Frösche.

„Das sind einfach meine Lieblingstiere“, gesteht Julia Mächtig. „Freunde und Verwandte schenken mir zum Geburtstag oft die verschiedensten Arten dieser lustig aussehenden Amphibien.“ Zwei bis drei Exemplare aus Stoff werden als Glücksbringer der 1,87 Meter großen Modellathletin auch die Reise ins ferne Russland mit antreten. „Während des Siebenkampfes müssen sie aber in der Wettkampftasche ausharren. Das hat mir bisher mehr Glück gebracht“, verrät Julia Mächtig. Gut so.

Optimale Vorbereitung

Denn mit Fortuna im Bunde war der Schützling von Trainer-Urgestein Klaus Baarck zu den Wettkampfhöhepunkten vergangener Jahre ja wahrlich nicht. Bei den Olympischen Spielen 2012 landete die Viertorestädterin trotz guter Vorleistung (6345 Punkte) gar nur auf Platz 31 mit gut 1600 Punkten Rückstand auf die Siegerin. „So richtig können wir uns den Leistungsabfall immer noch nicht erklären“, gesteht der Coach. „Auf jeden Fall haben wir versucht, die Vorbereitung diesmal noch optimaler zu gestalten.“

Das könnte sich in diesem Jahr durchaus lohnen, weiß auch die Vielseitigkeitsathletin. „Mit Titelverteidigerin Tatjana Tschernowa aus Russland und Olympiasiegerin Jessica Ennis aus Großbritannien haben gleich zwei Favoritinnen verletzungsbedingt ihre Teilnahme absagen müssen. Da können diesmal 6400 Punkte oder ein wenig mehr schon sehr wertvoll sein.“

Dennoch: Julia Mächtig will sich vor dem am Montag beginnenden Wettkampf nicht unter Druck setzen. „Ich möchte einen guten Mehrkampf machen und nach dem abschließenden 800-m-Lauf mit mir zufrieden sein“, bleibt sie gelassen. „Was dann am Ende herauskommt, werden wir sehen.“

Auch wenn Klaus Baarck das Procedere eines solchen Siebenkampfes in- und auswendig kennt, gibt es für ihn stets aufs Neue Unsicherheitsfaktoren. „In Moskau werden die Wettbewerbe sehr früh beginnen und nach einer langen Mittagspause erst spät am Abend beendet sein. Dazu wird es sicherlich sehr heiß. Darauf muss man sich einstellen“, plant der erfahrene Leichtathletik-Lehrer akribisch voraus.

Auch nicht einfach: Durch die Ausfälle von Diskuswerferin Anna Rüh (Knie-OP) und Stabhochspringerin Martina Strutz (Fußverletzung) wird Julia Mächtig die einzig übrig gebliebene Sportclub-Athletin bei den Welttitelkämpfen sein. „Das ist schade“, gibt sie zu, „meine Freundin Strutzi wird mir schon fehlen. Aber das ist nicht zu ändern.“

Die Tatsache, dass sowohl Jennifer Oeser (TSV Bayer 04 Leverkusen) als auch die Olympiazweite von 2012, Lilly Schwarzkopf (LG Rhein-Wied) ebenfalls für die Welttitelkämpfe absagen mussten, beflügelt sie allerdings eher. „Egal was auch kommt, wenigstends beste Deutsche will ich auch nach den Weltmeisterschaften sein“, geht sie kämpferisch in den Wettkampfhöhepunkt.