Karten in Serie:

Gelb- und Rotfestival überschattet 3:0-Sieg

Am Ergebnis des Landesklassespiels in Gramzow ist aus Sicht des Gastgebers nur das Ergebnis positiv zu bewerten. Alles andere liegt im Argen.

Für Michael Bathke nach 61 Spielminuten eingewechselt, zeigte sich Mazierulah Qaderi (links) sehr offensiv. Er erzielte das Tor zum 3:0-Endstand.
Armin GEHRMANN Für Michael Bathke nach 61 Spielminuten eingewechselt, zeigte sich Mazierulah Qaderi (links) sehr offensiv. Er erzielte das Tor zum 3:0-Endstand.

Wer am Sonnabend beim Landesklassevergleich mit dem Oranienburger FC II zugegen war, hatte trotz des letzlichen 3:0-Sieges der VfB-Elf vielfach Grund den Kopf zu schütteln. Für VfB-Trainer Klaus Krüger reichtet selbst das nicht. Er tobte nach Spielschluss. Das aber nicht über den Schiedrsrichter – wie das leider sonst nach so manchem Spiel als scheinbare Entschuldigung getan wird –, sondern über seine eigenen Leute: „Das ist doch nicht zu fassen. Das waren doch nicht nur Undiszipliniertheiten. Wie dumm kann man sich denn noch anstellen. Ich weiß nicht, was in solchen Köpfen vorgeht. Da führt man sicher, hat den Gegner auch spielerisch im Griff, da gibt es gar keinen Grund so hinzulangen. Und dann noch im Mittelfeld, wo gar keine Gefahr drohte.“Das war die unmittelbare Reaktion auf unmögliche 45 Minuten in denen Schiedsrichter David Schrödter acht gelbe und vier rote Karten zücken musste. „Alles zu vertreten, alles zu akzeptieren. Wer sich überlegen muss, was Fußball zu spielen heißt, sind die Spieler, nicht der Schiedsrichter“, so Klaus Krüger.Das spielerische Geschehen auf dem Platz ist schneller zusammen zu fassen als die unrühmlichen Aktionen. Der VfB stürmt von Beginn an vehement. Der absolute Siegeswillen war zu spüren. Allein, es fehlten die spielerischen Mittel. Viel zu viel versuchte man Michael Bathke früh in Ballbesitz zu bringen und ihm damit oft die alleinige Verantwortung für das Geschehen aufzubürden. Denn Nachrücker gab es kaum, sich anbietende Anspielpartner auch zu wenige.Obendrein gab es eklatante Abspielfehler in Serie. Dennoch, nach der ersten Chance in der zweiten Spielminute, als Bathke aus vollem Lauf den Torwart anschoss, machte er es in der 7. Spielminute effektiv: Ballannahme am 16-m-Raum, ein Schwenk, sofortiger Schuss – 1:0.Doch diese Führung gab keinerlei Sicherheit. Zu viel blieb Stückwerk. Als es einmal zielstrebig ging – weite diagonale Flanke auf Robert Schröder am hinteren Pfosten, Kopfball zurück in die Mitte an den Fünfer, Kopfballaufsetzer Bathke – fiel prompt das 2:0. Da waren schon 36 Minuten gespielt.In Halbzeit zwei vergaben Robert Schröder (52.) per Kopfball, Bathke (55.) nach Zweikampf und Felix Schultz per Kopfball (59.). Dann begann das Kartenfestival. Wohl gemerkt – nicht, weil alle in Holzfällermanier nur noch foulten. Stets führten mangelnde spielerische Mittel oder unnötige Trotzreaktionen dazu. Wenn der Pfiff ertönt, braucht man den Gegner nicht noch zu schubsen (Schröder-Roland), wenn man keine Chance hat, beim Enteilen des Gegners an den Ball zu kommen, muss der Spieler nicht von hinten hakelnd zu Fall gebracht werden (Schultz). Unentschuldbar war aber der Ausraster des Oranienburgers Christian Koch, der nach dem Pfiff von Schrödter bewusst und gezielt zutrat, gar nicht vom Platz gehen wollte und auch von Mannschaftskameraden kaum zu halten war.Eine Linderung des nervlichen Schmerzes von Fans und Trainer konnte da das engagiert herausgespielte 3:0 durch Qaderi (86.) auch nicht mehr sein.

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