Halbfinalisten des Landes stehen fest:

Greif kann lange mithalten

Drittligist FC Hansa, Oberligist 1. FCN 04 sowie die Verbandsligisten Anker Wismar und Sievershäger SV haben das Halbfinale im Fußball-Landespokal erreicht.

Marcin Mista (Torgelow, links) beim Kopfballduell mit dem zweifachen Hansa-Torschützen Johan Plat.
Andy Bünning Marcin Mista (Torgelow, links) beim Kopfballduell mit dem zweifachen Hansa-Torschützen Johan Plat.

"Wir haben uns trotz der Niederlage gut verkauft", stellte Greifs Vereinschef Dietrich Lehmann nach dem Fußballpokal-Viertelfinale gegen den FC Hansa fest. "Die Mannschaft hat aufopferungsvoll gekämpft, zeigte hohe Laufbereitschaft und war taktisch sehr diszipliniert. Ich hoffe, dass unser Team künftig ebenso kompakt und gut strukturiert auftritt." Und dann gingen Lehmanns Gedanken schon weiter voraus. Ende dieser Woche will der Verein den Insolvenzplan einreichen und danach die Gläubiger zu einer gemeinsamen Sitzung einladen. Ziel der Torgelower ist, mit Beginn des neuen Jahres das Thema Insolvenz abzuhaken. "Ich bin optimistisch", so Lehmann. "Wir sind auf einem guten Weg. Ein ganz großes Dankeschön an unsere Sponsoren, die auch in Zeiten der Not zur Stange gehalten haben. Ohne diese Hilfe wäre der Insolvenzplan nicht umsetzbar gewesen." Und der Verein hat gewaltig mitgeholfen. So sind zum Beispiel allein die Kosten für die Mannschaft auf ein Fünftel des vorherigen Regionalligaetats gesenkt worden. Wenn alles wie vorgesehen abläuft, wird es ab 1. Juli 2014 den FC Greif als reinen Fußballverein geben. Die Verantwortlichen in Torgelow hoffen außerdem, dass dem Antrag auf Erhalt der jeweiligen Spielklassen für die verschiedenen Greif-Mannschaften stattgegeben wird. Mit der Gründung des FC Greif wird übrigens eine alte Fußballtradition der Stadt wiederbelebt. Denn 1919 war schon einmal der FC Greif Torgelow aus der Taufe gehoben worden.

0:3 (0:0) hieß es vor gut 1000 Zuschauern nach dem Cup-Duell gegen den FC Hansa. Der optische Eindruck dieses Resultats täuscht - da waren sich alle Beobachter einig. Greif hielt tapfer dagegen, rackerte. Die Abwehr stand, hatte meist einen Fuß dazwischen; dazu gab's ab und an einen Vorstoß in Richtung Hansa-Tor. Doch nach Marcin Juszczak (20.) vergab Lukas Krüger (47.) die nächste dicke Chance. Und so kam es wie es kommen musste: Im Gegenzug sorgte Hansa-Stürmer Johan Plat (48.), erstmals nach mehrwöchiger Verletzungspause in der Startelf, für das 1:0. Plat nahm den Ball nach einem Fardi-Rückpass direkt und haute das Leder in die Maschen. Der gerade eingewechselte Manfred Starke (70.) konnte später nach einem Blacha-Hammer, für Keeper Rene Hartleib war der Ball schwer festzuhalten, abstauben - 2:0. Danach parierte Hansa-Torwart Jörg Hahnel nach einem technisch perfekten Distanzschuss von Juszczak glänzend. Plats zweiter Treffer (79.) stellte dann den Endstand her.

"Die gefühlten 80 Prozent Ballbesitz in Hälfte eins haben uns nichts gebracht", sagte Hansa-Trainer Andreas Bergmann anschließend. "Torgelow stand sehr kompakt; es war schwer eine Lücke zu finden. In vielen Situationen haben wir zu hektisch agiert." Torgelows Coach Tomasz Grzegorczyk meinte: "Vor allem in der zweiten Halbzeit war es guter Fußball von beiden Seiten. Diese Leistung sollte uns Mut machen. Wir müssen aber unsere Chancen endlich auch mal nutzen." Nebenbei: Hansa-Trainer Bergmann hat seinen Torgelower Kollegen zu einem einwöchigen Praktikum im Dzember eingeladen. "Darauf freue ich mich. Man kann immer dazulernen", so Grzegorczyk.

Torgelow: Hartleib - Sobolczyk, Dymek, Lorenz, Jager - Jandt (69. Jureczko), Mista - Kotula (84. Zabel), Ciolek, Krüger (80. Georgeff) - Juszczak

Hansa: Hahnel - Krauße, Weidlich, Ruprecht, R. Fardi – Haas, Pekovic (80. Grupe) – Jakobs (69. Starke), Blacha – Plat (84. Schünemann), Kucukovic

SR: Jan Scheller (Greifswald)

 

 

 

Beobachter einig 3:0 täuscht

Praktikum

 

 

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