Meister Thüringer HC arg gebeutelt:

Handball-Nationalteam vor der WM unter Schock

Beim Länderspiel gegen Schweden hat sich Spielmacherin Kerstin Wohlbold schwer verletzt und fällt für den Rest der Saison aus. Vor der Weltmeisterschaft hinterlässt die 29-Jährige eine große Lücke.

Szene aus dem Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden: Die Skandinavierin Nathalie Hagman (links) und Kerstin Wohlbold rangeln um den Ball. Wenig später war alles vorbei.
Bernd Thissen Szene aus dem Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden: Die Skandinavierin Nathalie Hagman (links) und Kerstin Wohlbold rangeln um den Ball. Wenig später war alles vorbei.

Für Bundestrainer Heine Jensen war es ein „Schock“, für Nationalspielerin Anja Althaus eine „Katastrophe“: Die deutschen Handball-Frauen müssen bei der WM in Serbien von Samstag an ohne ihre Spielmacherin Kerstin Wohlbold auskommen. Beim mühevollen 30:28 (15:12)-Testspielerfolg gegen Schweden zog sich die 29-Jährige am Samstag in Hamm schwere Verletzungen im rechten Knie zu.

Wegen eines Kreuzbandrisses sowie lädierter Menisken muss Kerstin Wohlbold operiert werden und fehlt nicht nur bei der WM, sondern auch dem deutschen Meister Thüringer HC auf unabsehbare Zeit. Die OP soll am Donnerstag stattfinden. „Ich bin erleichtert, dass jetzt alles so schnell geht. Denn nach einer erfolgreichen Operation kann ich wieder nach vorn schauen und an meiner Rückkehr arbeiten“, sagte die Spielmacherin vom deutschen Meisters Thüringer HC am Montag und fügte an: „Die Saison kann ich abhaken.“

Wohlbold ist neben Lydia Jakubisova die zweite Spielerin, die beim Meister und DHB-Pokalsieger bis zum Saisonende mit einem Kreuzbandriss ausfällt. „Wir sind bereits auf der Suche nach Ersatz“, sagte Manager Maik Schenk. „Das ist ein Schock und ein harter Schlag für uns alle“, sagte Jensen unmittelbar nach der niederschmetternden Diagnose. Dann aber reagierte der Däne unerwartet flugs: Nur wenig später nominierte er Saskia Lang nach. Die Rückraumspielerin stand bereits am Sonntag zur zweiten Partie gegen Schweden in Leverkusen im Aufgebot. Mit der Leipzigerin gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ihre WM-Generalprobe gegen den EM-Zweiten von 2010 mit 28:27 (16:11). „Saskia ist eingespielt und mit den Abläufen der Mannschaft bestens vertraut“, begründete Jensen seine rasche Wahl.

Ersetzen aber wird sich Wohlbold nicht lassen. Sie ist Denkerin und Lenkerin im Spiel, Antreiber und kämpferisches Vorbild in einem. „Kerstin ist für uns eine sehr, sehr wichtige Spielerin“, sagte der Bundestrainer, „Kerstins Pech tut uns allen sehr leid – in erster Linie für Kerstin, aber auch für den Thüringer HC und die Nationalmannschaft.“

Beim Meister THC herrschte ebenfalls Entsetzen. „Sie ist Motor und Seele in unserem Spiel. Das ist eine Spielerin, die man überhaupt nicht ersetzen kann“, urteilte Trainer Herbert Müller, dessen Team wie gesagt bis Saisonende ohne Spielmacherin auskommen muss. Neben der Bundesliga und dem DHB-Pokal ist Müllers Team auch in der Champions League-Hauptrunde gefordert und hat dort Chancen auf den Einzug ins Halbfinale. „Diesen schlimmen Ausfall kann man wirklich nicht kompensieren“, bekräftigte Müller.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung