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Hansa-Elf tritt ohne schlotternde Knie an

Im Pokal ist der Rostocker Drittligist der Blamage knapp entgangen. Nun soll in der Liga unbedingt von den Stuttgarter Kickers etwas Zählbares aus der Fremde mitgebracht werden. Trainer Andreas Bergmann, dessen Bilanz alles andere als gut ist, verspürt dennoch keinen besonderen Druck.

Musste sich kritische Fragen gefallen lassen: Hansa-Coach Andreas Bergmann.
Andy Bünning Musste sich kritische Fragen gefallen lassen: Hansa-Coach Andreas Bergmann.

Nach dem Zittersieg im Landespokal-Achtelfinale gegen den Malchower SV beginnt für Fußball-Drittligist Hansa Rostock nun wieder der Punktspiel-Alltag. In der 3. Liga steht am Wochenende der 13. Spieltag auf dem Programm, an dem die Ostseestädter endlich wieder eine Trendwende erhoffen.

Von den vergangenen acht Meisterschaftsspielen konnte nur ein einziges gewonnen werden, was das Abrutschen vom dritten auf den 14. Tabellenplatz zur Folge hatte. Zudem warten die Rostocker schon seit fünfeinhalb Stunden auf einen Torerfolg, denn den letzten Treffer ihrer Mannschaft sahen die Hansa-Fans am 14. September bei der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund II.

Wenn morgen alle zehn Begegnungen der 3. Liga zeitgleich um 14 Uhr angepfiffen werden, muss Hansa beim Tabellen-Drittletzten Stuttgarter Kickers antreten. Von den bislang zwölf Saisonspielen haben die Württemberger nur zwei gewonnen, wobei die beiden klaren 3:0-Heimsiege über Jahn Regensburg und Borussia Dortmund II in die kurze Amtszeit von Interims-Coach Jürgen Hartmann fallen. Der hatte die Mannschaft nach dem achten Spieltag übernommen, als der sieglose Trainer Massimo Morales beurlaubt wurde.

„Talsohlen gehören immer dazu“

Seit dem 12. Spieltag betreut die Stuttgarter nun der ehemalige Bundesliga-Profi Horst Steffen, bei dessen Einstand eine 0:1-Niederlage in Darmstadt kassiert wurde. Zum Heimdebüt kommt nun der FC Hansa, dessen Trainer Andreas Bergmann vor dem Kellerduell bei den Kickers noch keinen besonderen Druck verspürt, obwohl im Umfeld schon mal über seinen Posten spekuliert wurde: „Von allen Verantwortlichen, mit denen ich zuletzt gesprochen habe, habe ich das Signal, dass wir einen klaren Weg gehen. Eine Entwicklung bedeutet ja nicht, dass es nur aufwärts geht. Das ist ja gar nicht möglich, denn dann hätten wir nach den ersten Siegen ja immer höher gewinnen müssen! Zu einer Entwicklung gehören auch Talsohlen, in denen Erfahrungen gesammelt werden. Unterm Strich hat sich an unserer Arbeit hier nicht viel verändert.“ Allerdings weiß auch der Hansa-Coach: „Wir müssen vor allen unsere individuellen Fehler abstellen, wenn wir in Stuttgart gewinnen wollen.“

Inwieweit es personelle Änderungen geben wird, wollte Andreas Bergmann gestern noch nicht verraten. Von einer schnellen Rückkehr des routinierten Mittelfeldspielers Milorad Pekovic hält er allerdings nicht viel: „Er ist zwar ein wichtiger Spieler für uns, doch nach seiner langen Verletzungspause trainiert er erst seit einer Woche wieder mit der Mannschaft. Ich denke, wir sollten da nichts riskieren.“

Zuletzt viel Unruhe beim Gegner

Trotz der jüngsten Negativserie fahren die Hanseaten durchaus hoffnungsfroh nach Stuttgart. „Wir haben keine schlotternden Knie, auch wenn die Mannschaft noch nicht so gefestigt auftritt wie gewünscht.“ Keineswegs von Vorteil für den FC. Hansa ist es allerdings, „dass es in letzter Zeit viel Unruhe gab bei den Kickers. Es hat sich dort einiges geändert, auch in der Mannschaft gab es Umstellungen. In den vergangenen Spielen gab es viele unterschiedliche Aufstellungen – es wird nicht einfach, die Mannschaft auf den Gegner einzustellen.“