3. Liga:

Hansa schafft Sieg gegen Halle

Die Rostocker stoppen mit dem Heimerfolg vorerst die Talfahrt.

Auch Hansa-Trainer Andreas Bergmann wirkte nach dem Heimsieg erleichtert.             
Andy Bünning Auch Hansa-Trainer Andreas Bergmann wirkte nach dem Heimsieg erleichtert.  

Die turbulente Woche beim Fußball-Drittligisten Hansa Rostock hat doch noch ein versöhnliches Ende genommen. Mit dem 2:-Heimsieg über den Halleschen FC beendeten die Hanseaten am Sonnabend ihre Talfahrt mit zuletzt nur zwei von 18 möglichen Punkten und vergrößerten den Vorsprung auf die Abstiegsplätze von drei auf sechs Punkte. Im Mittelpunkt der Partie stand dabei besonders Routinier Milorad Pekovic, der nach zweimonatiger Verletzungspause sein Comeback feierte und sich dabei gleich in mehrere Statistiken eintrug. Der Mittelfeldspieler erzielte sein erstes Meisterschaftstor im Hansa-Trikot, kassierte allerdings auch seinen ersten Platzverweis. „Die Gelb-Rote Karte war natürlich sehr ärgerlich, denn dadurch wurde es am Ende noch einmal eng. Umso glücklicher sind wir, dass wir endlich einmal wieder drei Punkte holen konnten. Doch unser Sieg war auch verdient, denn wir haben von Anfang an Druck gemacht und mutig nach vorn gespielt“, erklärte der 36jährige Montenegriner, dem schon nach 15 Minuten der Treffer zur 2:0 Führung gelungen war. Nach einem Haas-Freistoß mit anschließendem Ruprecht-Kopfball stand Milorad Pekovic goldrichtig und konnte erfolgreich abstauben.

Das erste Hansa-Tor nach mehr als siebenstündiger Treffer-Flaute hatte Shervin R. Fardi per Kopf nach einer Haas-Ecke von rechts erzielt. Auch für den 22jährigen Linksverteidiger war es der erste Treffer seit seinem Wechsel zum F.C. Hansa und „mein erster Kopfball-Treffer im Profi-Bereich. Es ist ein sehr schönes Gefühl, endlich mal wieder einen Dreier einzufahren. Unser Sieg war auch deshalb verdient, weil wir unheimlich hart dafür gearbeitet haben“, befand Shervin R. Fardi, der eine Minute vor seinem Führungstreffer noch Pech gehabt hatte. Einen Freistoß aus spitzen Winkel hatte der Linksfuß an den linken Innenpfosten gesetzt, von wo er jedoch nicht ins Tor, sondern in die Arme des Hallenser Torhüters prallte.

Ein großer Stein vom Herzen fiel natürlich auch Trainer Andreas Bergmann: „Ich freue mich riesig, dass sich die Mannschaft endlich einmal wieder belohnt hat. Es war ja keine einfache Woche, doch wir sind selbstbewusst aufgetreten und haben dann in Unterzahl mit viel Leidenschaft dagegengehalten“, freute sich der Hansa-Coach, der sich sehr über den erneuten Elfmeterpfiff gegen den F.C. Hansa ärgerte. „Das war innerhalb kurzer Zeit jetzt schon der siebente Elfmeter gegen uns und aus meiner Sicht auch dieser nicht berechtigt.“ Nach Ansicht von Schiedsrichter Dr. Robert Kampka allerdings war die Rettungsaktion von Johannes Brinkies gegen Akaki Gogia nicht regelkonform und so deutete der Referee auf den Punkt. Sören Bertram traf genau ins rechte untere Eck und verkürzte für den HFC auf 1:2. Doch mehr als der Anschlusstreffer gelang den Gästen, die fast die komplette zweite Halbzeit in Überzahl spielten, nicht.

Damit scheint nun auch erst einmal die Trainerdiskussion wieder verstummt, zumal Thomas Abrokat andeutete: „Wir sind sehr gut beraten, nicht in Hektik und Aktionismus verfallen. Nach dem Spiel in Stuttgart lagen bei einigen Personen die Nerven blank. Es gab dann kontroverse Diskussionen, in denen wir diese Dinge ausgeräumt haben, so dass wir nun wieder eine Sprache sprechen“, erklärte der Aufsichtsrat-Chef, der auch zur – von einer Sonnabend-Zeitung unterstellten – angeblichen Bilanzfälschung Stellung nahm: „Diese Vokabel muss ich Lichtjahre wegweisen, das ist überhaupt nicht der Fall. Es handelt sich lediglich um eine Deckungslücke von 122.000 Euro, die bei einem Etat von 10 Millionen Euro relativ überschaubar ist. Es gibt genügend Handlungsoptionen, diese Lücke kurzfristig zu schließen“, zeigte sich Thomas Abrokat optimistisch.

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