Fußball:

Hansa stürzt weiter ab

Keine Tore, keine Punkte – Die Rostocker stecken mittendrin im Schlamassel.

Hansa-Trainer Andreas Bergmann steckt mit seinem Team mitten im Abstiegskampf.
Andy Bünning Hansa-Trainer Andreas Bergmann steckt mit seinem Team mitten im Abstiegskampf.

Die Talfahrt von Fußball-Drittligist Hansa Rostock hält auch nach dem 13. Spieltag an. Die 0:2-Niederlage am Sonnabend beim Drittletzten SV Stuttgarter Kickers war das sechste sieglose Meisterschaftsspiel in Serie. Untermauert wird diese Negativserie auch noch durch eine seit sieben Stunden anhaltende Torflaute der Hanseaten, die zuletzt am 14. September bei der 1:2-Heimniederlage gegen Borussia Dortmund II einen Treffer erzielen konnten. Und auch die Tabellensituation wird immer kritischer. Durch die Niederlage im direkten Duell schmolz der Vorsprung auf die Stuttgarter Kickers, die unverändert auf dem Abstiegsplatz stehen, auf drei Punkte.

Nach dem Absturz auf den 15. Tabellenplatz ist auch der Mannschaft bewusst, dass sie inzwischen im Abstiegskampf angekommen ist. „Jetzt sind wir mitten drin im Schlamassel. Wir können uns bei den Fans nur entschuldigen“, erklärte Stürmer Halil Savran, der nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Innenverteidiger Sebastian Pelzer die Kapitänsbinde trug. Nach dem Schlusspfiff waren die Hanseaten in die Rostocker Fankurve gegangen und hatten sich minutenlang mit den knapp 1000 mitgereisten Anhängern unterhalten. Eine echte Erklärung für die anhaltende Talfahrt hatten allerdings auch sie so kurz nach dem Spiel noch nicht parat: „Es ist schwer zu sagen, woran es liegt. Man kann sicherlich keinem Spieler vorwerfen, dass er sich nicht voll reingehauen hat. Und bis zum ersten Elfmeter haben wir ja gut mitgespielt und hatten auch unsere Offensivaktionen“, wusste Halil Savran.

Das sah Trainer Andreas Bergmann, der diesmal Kevin Weidlich an Stelle von Steven Ruprecht als Innenverteidiger aufgeboten hatte, ähnlich: „Bis zum Elfmeter waren wir einigermaßen im Spiel und hatten auch die große Chance durch David Blacha. Leider ging der Ball knapp drüber – ein Treffer hätte uns in dieser Phase so gut getan. Und dann kommt wieder so ein unsagbarer Abwehrschnitzer, dabei läuft der Stuttgarter Spieler sogar vom Tor weg!“ Damit meinte der Rostocker Trainer die Aktion von Alex Mendy, der – genau an der linken Strafraumecke – Patrick Auracher vom Ball trennte, dabei aber auch die Beine des Gegenspielers traf. Vincenzo Marchese verwandelte sicher (32.) und sorgte damit für die 1:0 Pausenführung der Kickers.

Ein Elfmeter kommt selten allein – auch das kennt man inzwischen beim F.C. Hansa. Wie schon bei den Auswärtsspielen am 31. August in Heidenheim und am 21. September in Darmstadt, gab es diesmal erneut einen Doppeltorschützen vom ominösen Punkt, denn in der 52. Spielminute ließ sich Marchese auch die zweite Chance nicht entgehen. Diesmal hatte der Schiedsrichter ein Handspiel von Manfred Starke geahndet, der sich seine Hände schützend vor das Gesicht gehalten hatte, als Fabian Baumgärtel einen Freistoß in die Mauer geschossen hatte. So gewannen die Stuttgarter am Ende eine Partie, in der sie sich selbst auch kaum eine Torchance herausspielen konnten.

Dass am Ende die beiden Gegentore für die Niederlage verantwortlich waren, darf allerdings auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Rostocker insgesamt viel zu harmlos agierten. „Wir hatten zwar viel Ballbesitz, aber unterm Strich kaum Torchancen, wenn man einmal von Nikos Kopfball absieht“, erkannte Andreas Bergmann. Der eingewechselte Ioannidis verfehlte das Kickers-Gehäuse aber knapp und am Ende war auch kein Aufbäumen mehr zu erkennen. „Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis. Wenn wir in Rückstand geraten, gehen die Köpfe im Unterbewusstsein schnell nach unten“, weiß Halil Savran. Auch Andreas Bergmann konnte seine Enttäuschung darüber kaum verbergen: „Wir haben hier heute einiges probiert. Leider haben die Umstellungen nicht zum Erfolg geführt. Jetzt befinden wir uns in einer Situation, wo man sehr aufpassen muss“, weiß auch der Hansa-Trainer, was die Stunde geschlagen hat.

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