3. Liga:

Hansa-Trainer kann sich Niederlage nicht erklären

Harmlose Hanseaten: Fußball-Drittligist Rostock verpatzt trotz bester Torchancen das Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching.

Luftkampf im Spiel zwischen Hansa und Unterhaching.
Andy Bünning Luftkampf im Spiel zwischen Hansa und Unterhaching.

Bei toller Unterstützung von den Zuschauerrängen könne man Gegentore leichter wegstecken“, hatte Hansa-Kapitän Sebastian Pelzer vor der geäußert. Ergo: Da die 10 400 Fans in der Rostocker DKB-Arena den Fußball-Drittligisten erstklassig anfeuerten, dürfte die 0:1 (0:1)-Pleite gegen Kellerkind SpVgg Unterhaching weniger weh getan haben.

Schien aber nicht so. Hängende Köpfe, Erklärungsnotstände. Nach einem Remis und drei Siegen riss die top Startserie, und der FC Hansa findet sich statt im Tabellenhimmel unter den Wolken wieder – Sechster, öder Durchschnitt. Doch Pelzer lässt das nicht zum Tiefenpsychologen werden: „Kurz schütteln, Mund abputzen und weiter!“ Am Sonnabend geht es zum 1. FC Heidenheim, der hansa-mäßig mit dem Hintern auf dem Boden der Realitäten landete und ebenfalls abrutschte, vom Spitzenplatz auf Rang vier.

Paradox: Insider wollen den besten Hansa-Fußball in dieser Saison gesehen haben. Na ja. Unterm Strich standen: Eine Fehlzündung in der Abwehr (Steven Ruprecht, Alexandre Mendy), die dem Hachinger Florian Bichler zum 1:0-Treffer in der 7. Minute verhalf, und ein halbes Dutzend fatal vergeigter Torchancen.

Hansa-Trainer Andreas Bergmann erklärte die Niederlage für „nicht erklärbar.“ Sein Team tue ihm leid, weil es viel investiert und sich Gelegenheiten für vier, fünf Treffer herausgespielt habe. „Das Ergebnis ist nicht Spiegelbild dieses Spiels.“ So was komme gelegentlich vor im Fußball. Deshalb müsse man nicht gleich Grundphilosophien in Frage stellen, meinte der 54-Jährige. „Es ist eh nicht mein Ding zu sagen: ,Auch wenn der Fußball schlecht ist - Hauptsache, das Resultat stimmt.‘“ So wie die Hachinger? Bergmann biestig: „Ach, sollen die sich halt freuen.“

Taten sie. Präsident Manni Schwabl war nach dem ersten Auswärtssieg im Kalenderjahr 2013 (!) durchgeschwitzt wie zu besten Bayern-Profi-Zeiten und ganz deppert vor Stolz: „Unser Sieg ist nicht unverdient, vielleicht a bisserl glücklich.“

Dem zweiten Teil dieses Schwabl-Satzes ist unbedingt zuzustimmen. Denn einen gut Teil der Partie dominierte Rostocks Elf. Ohne allerdings die Faktenlage zu ändern. David Blacha, mit drei Toren bislang bester Hansa-Schütze, verteidigte sich für sein frühes Versagen vor der Haching-Kiste: „Ich habe ja nicht extra vorbeigeschossen.“ Leonard Haas jagte die Kugel kurz vor der Pause über die Latte. In der 2. Halbzeit patzten Julian Jakobs, Mendy und Haas mit Kopfbällen sowie Johan Plat, der eine Kerze statt einen Treffer produzierte. Vorzuwerfen ist den Küsten-Kickern, dass sie es mit den Klein-Klein-Kombis übertrieben und kaum aus der Distanz schossen. Konter wurden umständlich aufgezogen und bis zur Harmlosigkeit verschleppt. Schade drum.

Im Blickpunkt sauwohl fühlte sich in dieser Partie der Unterhachinger Torhüter Korbinian Müller. Den konnte bald keiner im Stadion mehr leiden, weil er alle Bälle hielt und sich überdies mit Publikumsliebling Halil Savran anlegte.

Hansa-Käpt’n Pelzer bedauerte: „Den Müller haben wir heute richtig gut aussehen lassen.“

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung