3. Liga:

Hansas Grieche fühlt sich an der Küste wohl

Nikolaos Ioannidis ist nach seinem ersten Treffer im blauen Trikot gegen Stuttgart II endgültig in der Fußballstadt Rostock angekommen.

Der Grieche Nikolaos Ioannidis ist von den Mannschaftskameraden freundlich aufgenommen worden.
Andy Bünning Der Grieche Nikolaos Ioannidis ist von den Mannschaftskameraden freundlich aufgenommen worden.

Neun Minuten nach seiner erstmaligen Einwechslung in einem Drittliga-Punktspiel hatte Nikolaos Ioannidis bereits zum ersten Mal zugeschlagen. Der griechische Neuzugang des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock, der im Rahmen der erst kürzlich vereinbarten Zusammenarbeit zwischen den Rostockern und Olympiakos Piräus für ein Jahr ausgeliehen wurde, verwandelte einen Haas-Freistoß per Kopf. „Das war schon total verrückt. Ich bin sehr glücklich, dass es so schnell mit meinem ersten Treffer geklappt hat und ich zum Sieg der Mannschaft beitragen konnte“, strahlte der 19jährige Stürmer, der nicht nur der erste Grieche im Hansa-Trikot ist, sondern aktuell auch der jüngste Spieler im 25köpfigen Kader der Drittliga-Mannschaft.

Guter Schachzug von Coach Bergmann

„Es ist natürlich toll, wenn so ein Junge reinkommt und dann gleich so eine Aktion hat“, freute sich auch Trainer Andreas Bergmann nicht nur über den eigenen Schachzug, sondern vor allem über das geglückte Debüt seines Schützlings. Für den 1,88m großen Nachwuchs-Nationalspieler, der in der vergangenen Saison mit der U19 von Olympiakos die griechische Meisterschaft gewann, war es das erste Punktspiel im Herrenbereich überhaupt! Zuvor hatte er zuhause in Piräus lediglich einen Kurzeinsatz im Pokalwettbewerb absolviert und sein Debüt im Hansa-Trikot zunächst im Landespokal von MV gegeben.

Obwohl Nikolaos Ioannidis erst in der zweiten Juli-Hälfte nach Rostock kam und damit die komplette Saisonvorbereitung verpasst hatte, läuft das Zusammenspiel innerhalb der Mannschaft schon relativ gut. „Auch die Kommunikation klappt bestens, die Jungs helfen mir, wo sie können und sind wie eine große Familie für mich“, erklärt der Mann mit der Rückennummer 18, der aktuell noch nicht Deutsch spricht. Und dies, obwohl er im Jahre 1994 in Remscheid geboren wurde! „Meine Eltern haben damals in Nordrhein-Westfalen gearbeitet. Doch ich war noch keine drei Jahre alt, als wir zurück nach Hause gegangen sind. Und so bin ich der einzige in der Familie, der nicht mehr Deutsch gelernt hat“, bedauert der Hansa-Stürmer aus heutiger Sicht.

Aufgewachsen in Drama, einer Kleinstadt nahe der Grenze zu Bulgarien, begann der junge Nikos als Sechsjähriger im Verein Pandramaikos mit dem Fußball und eiferte seinen Vorbildern Ronaldo und Ibrahimovic nach. Und zwar so gut, dass er nach einem erfolgreichen Probetraining in das Internat des Spitzenclubs Olympiakos Piräus einziehen durfte. Obwohl er parallel sein Abitur machte, konnte er sich dort noch intensiver mit dem Fußball beschäftigen und seine Karriere als Jugend-Nationalspieler beschleunigen. Nur der Sprung in die erste Männermannschaft des griechischen Top-Clubs, der sich zuletzt mit 15 Punkten Vorsprung den Meistertitel und gleichzeitig den Pokalsieg sicherte, wäre jetzt noch zu früh gekommen.

„Ende Juni wurde ich erstmals gefragt, ob ich es mir vorstellen könne, für ein Jahr nach Rostock zu gehen. Lange musste ich nicht überlegen, denn aus Fernsehen und Internet wusste ich, dass Hansa ein Verein mit großer Tradition und tollen Fans ist“, erklärt Nikolaos Ioannidis. In Deutschland will er sich nun die nötige Spielpraxis holen, um ein Jahr später beim griechischen Serienmeister, der allein seit 1997 15mal den Titel gewann, Fuß fassen zu können.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung