3. Liga:

Hansas Tor-Täter Blacha bleibt ganz bescheiden

Die letzte Heimpartie 2013 der Rostocker Drittliga Fußballer und gratis Schwedenpunsch versetzen die weiß-blauen Anhänger in Weihnachtsseligkeit.

Hansas Tor-Held David Blacha (rechts) im Zweikampf mit dem Elversberger Lukas Billick.
Andy Bünning Hansas Tor-Held David Blacha (rechts) im Zweikampf mit dem Elversberger Lukas Billick.

Auch noch bescheiden! David Blacha will partout keinen Rummel um sich und die sieben Treffer, die nach dem ersten Rückrunden-Kick auf seinem Saison-Konto stehen und nicht wenig mit dem neuen Hype um Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock zu tun haben.

„Ohne gute Vorlagen würde ich ja keine Tore schießen“, wehrte der 23-Jährige mit simpler Logik nach dem 1:0-(0:0)-Heimsieg vor 9500 Zuschauern über Aufsteiger SV Elversberg ab. Torschütze übrigens: Blacha. Der Außenbahn-Kicker besorgte in der 53. Spielminute mit Füßchen und Lupfer zum vierten Mal in Folge eine Rostocker 1:0-Führung und hat damit maßgeblichen Anteil an den satten 19 Punkten aus den vergangenen sieben Partien. „Ich freue mich lieber für die Mannschaft“, versuchte der „Tor-Täter“ dem Heldentum zu entkommen. Zwecklos.

Tabellenplatz drei, nur noch drei Zähler hinter dem zweitplatzierten RB Leipzig – die Zwischenflaute an der Küste scheint vergessen. Geht da doch etwas in Sachen Aufstieg? Für die Hansa-Fans werden es weiß-blau leuchtende Weihnachten, das ist nach dem letzten 2013er-Heimkick und gratis Schwedenpunsch klar. Der Stadion-Chor verlautete: „Hansa ist die beste Mannschaft der Welt!“ Was bezweifelt werden darf. Trainer Andreas Bergmann freute sich für den Anhang und blieb selbst „ein Realist. Man muss die Dinge richtig einordnen“.

Offensivmann Johan Plat, dem das feine Zuspiel für Blachas Siegtreffer in den Elversberger Kasten gelungen war, verdeutlichte: „Erst wenn wir am kommenden Sonnabend mit einem Erfolg im Ostsee-Derby bei Holstein Kiel in die Winterpause gehen, ist das Fest perfekt.“

Eine bisweilen zähe Angelegenheit

Keine Frage, diesen „Dreier“ haben sich die Rostocker redlich verdient. Allerdings handelte es sich um ein Drittliga-Geduldsspiel, eine bisweilen zähe Angelegenheit. Die dominierenden Hausherren konnten zunächst die vorn erfreulich harmlose, aber hinten streng durchorganisierte Elversberg-Elf von Coach Dietmar Hirsch, einem Ex-Hansa-Profi, nicht knacken. Stockfehler statt finaler Pässe. Da fehlte etwas die Kreativität eines Leo Haas, der mit Stützschiene am Knie und quicklebendigem Nachwuchs im Arm zuschaute. Tormöglichkeiten – Steven Ruprecht nach einem Kopfball des Geburtstagskinds Noel Alexandre Mendy (30) und ein Schuss von Oldie Milorad Pekovic – entsprangen Standards.

Trainer Bergmann, den alle nur noch feiern wollen und gar keiner mehr feuern wie noch vor Kurzem, sah indes „Superfußball ohne Tore“. Diese Sicht hatte er exklusiv. Der 54-Jährige lobte die „Wettkampfmentalität“ seines Teams, die „Lust auf Leistung“, mit der man Schwächephasen begegnete. David Blachas Treffer nach der Pause entlohnte die Hanseaten. Das brachte einen Zuwachs an Sicherheit, an Chancen, aber nicht an Zählbarem. „Ein 2:0, 3:0 wäre gut gewesen, auch für meine Gesundheit“, so Bergmann. Johan Plat machte klar: „Hauptsache gewonnen – alles anders ist am Ende doch scheißegal.“

Hansa Rostock: Hahnel – Mendy, Weidlich, Ruprecht, R. Fardi – Schünemann (68. Grupe), Pekovic – Jakobs, Blacha (85. Starke) – Plat, Savran (74. Kucukovic)

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