Bob Hanning im Interview:

Neuanfang nur mit dem WM-Ticket

Bob Hanning (44) strebt als neuer DHB-Vizepräsident die Qualifikation des deutschen Handball-Nationalteams der Männer für die WM 2015 an.  

Hat in seinem neuen Aufgabengebiet noch eine Menge vor: Bob Hanning.
Axel Heimken Hat in seinem neuen Aufgabengebiet noch eine Menge vor: Bob Hanning.

Sie haben als DHB-Vizepräsident, verantwortlich für den Leistungssport, jetzt eine sehr große Aufgabe übernommen. Wie wollen Sie das als Geschäftsführer der Berliner Füchse und Trainer unter einen Hut bringen?

Ich werde konsequent beide Arbeitsgebiete voneinander trennen. Um mehr Freiraum für meine neue Aufgabe zu bekommen, habe ich den Posten als Vizepräsident der Bundesliga ebenso abgeben wie den Job als TV-Kommentator. Ich weiß, wie wichtig meine neue Funktion für den deutschen Handball ist.

Unser Nationalteam war über Jahre Prügelknabe des internationalen Handballsports. Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften fanden ohne uns statt. Nun gewannen die Männer das starke Vierer-Turnier in Norddeutschland. War das der Wendepunkt?

Das war der erste richtige Schritt, mehr noch nicht. Der Neuanfang kann nur glücken, wenn wir uns für die WM 2015 qualifizieren. Im Januar ist die Auslosung, dann werden wir sehen. Ich bin jedenfalls optimistisch.

Sie haben die Füchse aus den Niederungen des Handballs geholt. Wie haben Sie das gemacht?

Es gab viele Menschen, die in den Topf gegriffen haben, um etwas für den Berliner Handball zu tun. Meine Aufgabe war es, alle Ideen und das Engagement der einzelnen Menschen zu verknüpfen. Wir haben vor neun Jahren drei Säulen genannt, auf denen wir unseren Aufstieg geplant hatten. Das waren: Keine Schulden, sportlich das Team weiterentwickeln und auf den eigenen Nachwuchs setzen. Wir versuchen, das Team zu berlinalisieren, um dadurch Identifikation zu schaffen. Wir arbeiten nach dem Motto ‚Lieber mit dem eigenen Nachwuchs in der Europaliga als eine gekaufte Champions League.‘

Sie haben Füchse-Town im Sportforum Berlin eingerichtet. Hier trainierten früher die Sportler des SC Dynamo Berlin. Von den Handballern ging Stefan Kretzschmar aus dem SC Dynamo hervor. Ein Journalist hatte bei einem Besuch in der Füchse Town den Eindruck, hier lebe alter DDR-Leistungssportgeist wieder auf. Ist das so?

Wir Westler begegneten dem Osten nach der Wende mit einer unheimlichen Arroganz. Ich habe das Spinnennetz beiseite geschoben und schnell erkannt, dass auch im Osten fleißig mit guten Ideen gearbeitet wurde. Als ich nach einem geeigneten Ort für die gesamte Füchse-Familie von den Zehnjährigen bis zu den Profis gesucht habe, fand ich im Sportforum nicht nur die beste Unterstützung. Im Sportforum konnte man mir auch sofort mit meinen Gedanken über den Leistungssport folgen. Wir machen vieles so, wie es früher im Osten gemacht wurde. Mit einem Unterschied: Wir entwickeln nicht nur den Topsportler, sondern wir kümmern uns um die Entwicklung der gesamte Persönlichkeit.

 

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