Großer Kampf im Jahnsportforum:

Neubrandenburg erlebt WM-Duell zweier K.-o.-Boxprofis

Am Mittwoch wird sich Jürgen Brähmer erstmals in der Viertorestadt präsentieren. Zuvor beantwortet der 35-jährige in Stralsund geborene Profiboxer die Fragen von Matthias Meister.

Jürgen Brähmer zusammen mit seinem Trainer Karsten Röwer.
Marc Tirl Jürgen Brähmer zusammen mit seinem Trainer Karsten Röwer.

Den Neubrandenburger Box-Fans steht ein großer Abend bevor. Am 14.  Dezember klettern mit dem USA-Boy Marcus Oliveira und Ihnen, Jürgen Brähmer, zwei K.-o.-Boxer in den Ring. Das könnte ein toller WM-Fight im Halbschwergewicht um den Gürtel des Verbandes WBA werden. Glauben Sie, dass Neubrandenburg ein guter Ort ist?

Ich denke schon. Ich habe zwar noch nie in Neubrandenburg geboxt. Ich habe aber viel von Sebastian Sylvester erfahren. Die Fans sind dort der blanke Wahnsinn. Sebastian wird am Ring wieder meinem Trainer Karsten Röwer assistieren. Ich freue mich auf den Kampf in meiner Heimat Meck-Pom.

Sie haben vor zwei Jahren eine lange Pause eingelegt. Haben Sie da überhaupt noch mit einem WM-Kampf gerechnet?

Ich hatte nie mit dem Boxen abgeschlossen. Ich wollte nur nicht bei einem Stall wie Universum weiter boxen. Endlich habe ich mit Sauerland einen zuverlässigen Partner. Ich hatte auch andere Angebote, die waren mir entweder nicht sicher genug oder unseriös. Ich brauchte einen Stall, bei dem ich mich sportlich weiterentwickeln konnte.

Haben Sie Ihren Gegner Marcus Oliveira schon einmal gesehen?

Schon mehrmals auf DVD. Der Junge hat einen gewaltigen Hammer und eine gefährliche Schlaghand. Ich sehe trotzdem meine Chancen.

Sie haben 43 Profikämpfe und 100 Kämpfe als Amateur. Wer war bisher Ihr schwerster Gegner?

Die zehnte Runde im WM-Kampf 2009 gegen Dmitri Suchotskij in Schwerin war schwer, weil mir die Augenbraue aufplatzte. Ich habe dann doch noch gewonnen.

Warum gerade der Wechsel zu Trainer Karsten Röwer?

Ich habe zu Kalle Sauerland gesagt, wenn ich nach Berlin komme, dann gehe ich nur zu Karsten Röwer. Ich wollte keine Experimente. Bei Röwer habe ich schon in der Jugend und als Amateur trainiert. Und unter Karsten Röwer bin ich in Kuba Junioren-Weltmeister geworden.

Ist damit die Verbindung zu Ihrem Ex-Trainer Michael Timm abgebrochen?

In keiner Weise. Ich bin öfter in der Sportschule bei seinem Training. Ich freue mich, dass er wieder als Trainer in Schwerin tätig ist. Mit ihm ist der Erfolg zurückgekehrt.

Wie geht es Ihrer Familie?

Uns geht es nicht schlecht. Unsere Jasmin, sie ist anderthalb Jahre alt, entwickelt sich prächtig. Meine Freundin Tatjana betreut unsere Immobilien. Ihr BWL-Studium kommt ihr dabei zugute.

Ihre Freundin steht seit über zehn Jahren in guten und in schlechten Tagen fest an Ihrer Seite. Warum heiraten Sie nicht?

Die Frage höre ich oft. Ein Trauschein wird an unserem Verhältnis nichts ändern. Wir haben uns auf das Thema Heirat noch nicht eingeschossen. Ich denke aber schon, demnächst wird es passieren.

Fühlen Sie sich manchmal von Berichterstattern ungerecht behandelt?

Mich hat das Leben gelehrt, dass es nicht immer gerecht zugeht. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich anders bin, als meine Außendarstellung das aussagt. Ich bin leider sehr oft falsch dargestellt worden.

Wie geht es nach dem 14. Dezember weiter?

Normal, ich bleibe weiter Boxprofi bei Sauerland.

Was raten Sie heute jüngeren Menschen?

Leute, seid nicht faul, klotzt ran und erforscht, wo ihr eure Stärken habt. Diese Stärken müsst ihr mit allem Einsatz ausbauen. Und lasst euch nicht von euren Zielen durch schlechten Einfluss abbringen.

 

Eintrittskarten für den WM-Kampf sind im Medienhaus des Nordkurier in Neubrandenburg und unter der kostenfreien Tickethotline 08004575033 erhältlich.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung