Marathon:

Polen dominieren den Insel-Marathon

Ausländische Läufer haben den diesjährigen Usedom-Marathon dominiert. Wind, Sonne und anspruchsvolle Strecken verlangen den mehr als 500 Ausdauerläufern jedoch alles ab.

Nach seinem Marathonsieg musste Krzysztof Bartkiewicz erst einmal behandelt werden - Kreislaufprobleme.
Thomas Krause Nach seinem Marathonsieg musste Krzysztof Bartkiewicz erst einmal behandelt werden - Kreislaufprobleme.

Seinen Marathon-Erfolg konnte Krzysztof Bartkiewicz erst einmal nicht genießen – der Kreislauf war völlig im Keller, der polnische Sportler lag minutenlang regungslos auf dem Rasen. Der Rennarzt war aber sofort zur Stelle, Helfer brachten den 38-Jährigen schließlich auf einer Trage ins Sanitätszelt. Rechtzeitig zur Siegerehrung war Bartkiewicz aber wieder da und gab sogleich Entwarnung: „Alles okay.“

Krzysztof Bartkiewicz war der große Triumphator des Usedom-Marathons, gewann souverän die 34. Auflage auf der Sonneninsel. Nach 2:39:42 Stunden erreichte der Pole aus Torun das Ziel im Wolgaster Peenestadion und verwies seine Landsmänner Oleksandr Kazymirow (2:41:44) und Lukasz Hryciuk (2:52:00) auf die Plätze.

Die 42,195 Kilometer von Swinemünde nach Wolgast war der Pole, der eine Marathonbestzeit von 2:23 Stunden vorweist, bereits mehrmals gelaufen. Zum Sieg hatte es bisher jedoch nie gereicht. „Ich freue mich deshalb umsomehr, dass ich diesmal gewonnen habe“, sagt Bartkiewicz, der seinen Schwächeanfall im Ziel mit der holprigen Vorbereitung auf den Marathon erklärte: „Im August konnte ich wegen einer Verletzung drei Wochen nicht trainieren.“ Die 375 Euro für den Marathon-Erfolg dürften die Schmerzen aber erträglich gemacht haben.

Auch bei den Damen ging der Sieg ins Nachbarland: Olga  Kazymirowa aus Ostrow setzte sich in 3:06:08 durch. Etwas mehr als eine Minute später lief die Siegerin der vergangenen zwei Jahre, Juliane Heinze, ins Peenestadion ein. Die 25-Jährige vom AC Apolda war nicht traurig, dass es nicht zum Hattrick gereicht hatte, ärgerte sich aber ein wenig über den Rennverlauf: „Bis Kilometer 32 ist Olga nur in meinem Windschatten gelaufen und dann weggezogen.“

Sie habe dann immer wieder versucht, heranzukommen. „Es hat leider nicht geklappt. Egal, ich freue mich trotzdem über Platz zwei“, sagte sie und kündigte an, im nächsten Jahr wieder starten zu wollen: „Ich möchte ja meinen dritten Sieg feiern.“

Beim Halbmarathon der Damen gewann die Rostockerin Diana Zolondek (1:36:41), gefolgt von der Polin Marta Mikolajczyk-Wasilewa (1:37:00) und Jana Exner vom HSV Neubrandenburg (1:37:40). Titelverteidigerin Anna Izabela Böge aus Ueckermünde, die im Vorjahr in 1:25:35 dominiert hatte, musste am Vorabend krankheitsbedingt passen.

Sieger bei den Männern wurde der Pole Marcin Zagorny (1:13:09): Er verwies Vorjahressieger Lars Rößler (1:13:09) und Willi Raufler (1:19:14, beide LG Jena) auf die Podiumsplätze.

 Beim 34. Usedom-Marathon waren etwas mehr als 560 Teilnehmer am Start. Die Aktiven hatten bei der 34. Auflage nicht nur mit den schwierigen Strecken zu kämpfen, sondern auch mit der Wärme und dem Wind. Angesichts der Temperaturen hätten sich viele Läufer mehr Verpflegungspunkte gewünscht. Der 35. Usedom-Marathon steigt am 6. September 2014.

Alle Ergebnisse unter: www.tollense-timing.de

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