Caffier fordert Entschuldigung für verletzte Polizisten:

Randale bei Hansa: Polizei fordert Stadionverbote

Deutliche Worte von der Polizeigewerkschaft: "Diese Straftäter versauen uns den Fußball. Gegen sie muss nun schnell und rigoros von Seiten der Fußballclubs und der Justiz vorgegangen werden." Auch vom Innenminister kommt scharfe Kritik.

Szene während des Spiels: In der DKB-Arena in Rostock wird im Block der Gäste Pyrotechnik gezündet.
Bernd Wüstneck/dpa Szene während des Spiels: In der DKB-Arena in Rostock wird im Block der Gäste Pyrotechnik gezündet.

Scharfe Reaktion von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) auf die Randale vom Sonnabend während des Drittliga-Spiels Hansa Rostock gegen den Halleschen FC. "Als allererstes erwarte ich, dass sich die echten Hansa-Fans und der Verein sich klar von den Chaoten distanzieren. Eine Entschuldigung bei den verletzten Polizeibeamten, die für unser aller Sicherheit sorgten, ist bis heute nicht eingegangen", erklärte Caffier auf Anfrage des Nordkurier. Den Gewalttätern gehe es nicht um Fußball, wenn sie ihre "Gewaltorgien" vorrangig außerhalb des Stadions veranstalten. "Diese Chaoten schädigen mit ihren Ausschreitungen den Ruf des Vereins auf die schlimmste Weise und damit auch den Ruf unseres Bundeslandes. Wir dürfen es nicht zulassen, dass ein brutaler, niederträchtiger Mob unter dem Deckmantel des Fußballs regelmäßig friedliche Bürger tyrannisiert, die Polizei angreift und die Justiz herausfordert", sagte Caffier.

Gewerkschaft fordert rigorose Strafverfolgung

Die Gewerkschaft der Polizei hat die Gewalttätigkeiten vom Wochenende beim Fußball in Rostock heftig kritisiert. Künftig müsse konsequenter gegen Krawallmacher eingeschritten werden, die Kontrollen müssten verschärft und professionellere Sicherheitsdienste beschäftigt werden, erklärte ein Sprecher am Montag in Schwerin. Stadionverbote gegen gewaltbereite Anhänger seien unumgänglich. "Diese Straftäter versauen uns den Fußball. Gegen sie muss nun schnell und rigoros von Seiten der Fußballclubs und der Justiz vorgegangen werden", sagte der Landesvorsitzende Christian Schumacher.

Nach der Drittliga-Partie zwischen dem FC Hansa Rostock und dem Halleschen FC war es am Samstag in der Hansestadt zu Ausschreitungen gekommen. Rund 150 Rostocker Fans versuchten, sich am Stadion mit den Gästefans aus Halle zu prügeln, teilte die Bundespolizei am Samstagabend mit. Den Beamten gelang es, dies zu verhindern. Dabei wurden die Einsatzkräfte jedoch mit Steinen und Pyrotechnik beworfen worden. Acht Beamte wurden verletzt, zwei mussten länger im Krankenhaus behandelt werden.

Echte Rowdys auch bei Hallenser Fans

Allerdings erwiesen sich auch zahlreiche Hallenser Fans als echte Rowdys. Im Bereich des Gästeblocks zerstörten sie mehrere Sanitäranlagen vollständig. Mit massiven Würfen von Sanitärkeramik und anderen herausgerissenen Teilen der Inneneinrichtungen auf Polizeikräfte wurde versucht, den unkontrollierten Zugang ins Stadion zu erzwingen. Der Sachschaden allein im Sanitärbereich wird auf 30.000 Euro geschätzt.

Beim Rücktransport der HFC-Fans zum Rostocker Hauptbahnhof sind nach Polizeiangaben mehrere Scheiben eines Busses durch Hallenser Fans zerstört worden. Zudem wurde ein Transporter der Polizei durch Steinwürfe beschädigt. Während des Spiels wurde im Fan-Block der Gäste Pyrotechnik gezündet. Zeitweilig nahm die Polizei 157 Personen fest. Die Begegnung war zuvor als Spiel mit erhöhtem Risiko eingestuft worden. Nun wird wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruches ermittelt.

Finanzielle Nöte beim Verein

Zudem plagen den klammen Drittligisten erneut finanzielle Sorgen. Im laufenden Etat klafft nach Angaben von Aufsichtsratschef Thoma Abrokat aktuell ein Loch von 122.000 Euro. Man habe allerdings genügend Optionen, um dies zu stopfen, versicherte der Banker vor der Partie gegen den HFC. In einem Schreiben informiert Hansa seine Mitglieder über die aktuelle finanzielle Situation. Demnach hat der Verein nach dem Berechnungsschema des DFB eine Liquiditätslücke in Höhe von etwa einer Million Euro. Laut Vorstandschef Michael Dahlmann ist die Lizenz dennoch nicht in Gefahr.

Das einzig Positive des Samstags: Mit dem knappen Sieg verschaffte sich Hansa Trainer Andreas Bergmann etwas Luft.
 

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