Fußball:

Robbens Risswunde schockt Bayern

Am Tag danach war der Schatten auf Bayerns Pokalerfolg doch größer: Robben verletzte sich doch arger am Knie, zum Glück ist aber Ribéry zurück. Sammer beklagt fehlende Anerkennung, Trainer Guardiola staunt über die Siegermentalität seiner Stars.

Arjen Robben von München hat nach einem Foul Schmerzen und wird behandelt.
Andreas Gebert Arjen Robben von München hat nach einem Foul Schmerzen und wird behandelt.

Arjen Robben war „bitter enttäuscht“, als ihm die Ärzte noch in der Nacht sein bitteres Fußball-Aus für 2013 mitteilen mussten. Die Nachricht von rund sechs Wochen Pause schmerzte Bayern Münchens aktuellen Torschützen vom Dienst mental mindestens so arg, wie das zuvor beim 2:0-Pokalerfolg beim FC Augsburg lädiertes rechtes Knie. Der niederländische Fußball-Nationalspieler wird auch die Club-Weltmeisterschaft in Marokko verpassen, bei der die Münchner kurz vor Weihnachten mit Titel Nummer fünf ihr berauschendes Jahr krönen wollen.

„Ich war derzeit so gut drauf, ich habe mich auf jedes Spiel mit unserer Mannschaft gefreut. Nun das!“, kommentierte Robben das Pech. „Arjen war derzeit wohl in der Form seines Lebens“, haderte auch Sportvorstand Matthias Sammer, als er das Bulletin von Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt erhielt. Beim heftigen Zusammenprall mit FCA-Torwart Marwin Hitz, der ihn in der 14. Spielminute mit den Füßen voraus im Strafraum umgemäht hatte, erlitt Robben eine tiefe Risswunde bis ins Kniegelenk des rechten Beins. Der Oberschenkelknochen wurde von einem Schuhstollen eingedrückt, es kam zu einer massiven Einblutung. Autsch!

„Arjen hat zuletzt so viele Spiele für uns mitentschieden. Sein Ausfall nun ist bitter“, beklagte Sammer. Der Sportvorstand ereiferte sich auch über „lächerliche Schein-Diskussionen“ um die vermeintlich erdrückende Übermacht des FC Bayern. Dazu beklagte er wortgewaltig eine angeblich falsche Wahrnehmung der „tollen Leistungen“ der Münchner Fußballstars über inzwischen 17 Monate.

„Mich stört, dass man eine blöde Diskussion führt, wonach der Sieger automatisch feststeht, wenn Bayern München aufs Feld läuft“, schimpfte Sammer. Fakten wie das Verletzungspech, das durch Robben frisch bestätigt wurde, würden beim Bundesliga-Primus im Gegensatz zu anderen Clubs in der öffentlichen Wahrnehmung weitgehend ausgeblendet. „Mir kommt viel zu kurz, auch anzuerkennen, dass wir ein großes Ausmaß an Spielern ersetzen mussten und täglich sehr hart arbeiten“, mäkelte Sammer. Er wünsche, „dass man das einfach auch mal anerkennt, wenn wir so gut spielen und gute Ergebnisse erzielen und nicht irgendein dummes Zeug geredet wird.“ Von allein gewinne auch der FC Bayern nicht.

Derweil hat sich der 1. FC Kaiserslautern im DFB-Pokal als einziger Zweitligist neben den Bundesligavertretern Bayern München, Hamburger SV, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, Eintracht Frankfurt und 1899 Hoffenheim für das Viertelfinale am 11. und 12. Februar 2014 qualifiziert.

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