3. Liga:

Savran bremst die Hansa-Euphorie

Der Rostocker Angreifer meint: "Wir sind längst noch keine Spitzenmannschaft."

Hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst: Halil Savran. Foto Andy Bünning
Hat in dieser Saison noch keine Minute verpasst: Halil Savran. Foto Andy Bünning

 Mit drei Drittliga-Siegen in Serie ist  Hansa Rostock inzwischen auf den dritten Tabellenplatz vorgerückt – nur die schlechtere Tordifferenz trennt die Rostocker nach vier Spieltagen von Spitzenreiter 1.FC Heidenheim und dessen direkten Verfolger SV Wehen Wiesbaden, die beide ebenfalls zehn Punkte auf dem Konto haben. Und noch eine Gemeinsamkeit hat dieses Trio aktuell: Während auswärts die maximale Ausbeute von sechs Punkten eingefahren wurde, konnte eines von zwei Heimspielen nur unentschieden gestaltet werden. Beim F.C. Hansa war das Auftaktmatch gegen Holstein Kiel torlos geblieben.

Aktuell kann man in Rostock auf die längste Siegesserie aller Drittligisten verweisen, versucht aber trotzdem, die Bodenhaftung nicht zu verlieren: „Wir dürfen jetzt auf keinen Fall anfangen, durchzudrehen. Nur, weil wir zuletzt dreimal in Folge gewonnen haben, sind wir längst noch keine Spitzenmannschaft“, weiß Halil Savran, dem die Schwarz-Weiß-Malerei in der Öffentlichkeit ohnehin ein Dorn im Auge ist: „Als wir am ersten Spieltag gegen Kiel 0:0 gespielt haben, war definitiv nicht alles so schlecht wie es gemacht wurde. Und jetzt sind wir immer noch in einem Entwicklungsprozess, in dem es auch immer wieder Rückschläge geben kann“, betont der 28jährige, der im Sommer vom Zweitligisten FC Erzgebirge Aue an die Küste gewechselt ist.

Dass die Rostocker aktuell auf einer Erfolgswoge schwimmen, ist auch ein großer Verdienst von Halil Savran, der bislang – und das ist für einen Angriffsspieler nicht alltäglich – noch keine einzige Spielminute verpasst hat. Auch am vergangenen Sonnabend in Osnabrück dachte er gar nicht daran, sich auswechseln zu lassen, als er mit einer blutenden Kopfverletzung behandelt werden musste. Die Platzwunde an der Stirn wurde „mit drei Klammern getackert“ und so konnte der Hansa-Stürmer auf das Spielfeld zurückkehren. Das sollte sich bezahlt machen, denn drei Minuten vor dem Ende gelang ihm der Siegtreffer – und das sogar per Kopf! „Als die herrliche Flanke von Leo Haas kam, habe ich sofort gemerkt, den musst du mit dem Kopf nehmen. Ich dachte zwar kurz, hoffentlich geht das gut, habe aber trotzdem keinen Moment gezögert, den Ball direkt mit der Stirn zu nehmen.“ Der Jubel und der Dank der Mannschaftskameraden sowie der fast 2000 mitgereisten Fans war ihm anschließend sicher.

Nach dem Spiel wurde die Wunde noch in der Kabine mit zwei Stichen sorgfältig genäht und inzwischen erinnert nur noch ein kleines Pflaster über dem linken Auge an die verletzte Stelle. „Am Sonntag danach gab es ohnehin nur ein leichtes Regenerationstraining, der Montag war dann frei. Inzwischen ist alles schon so gut verheilt, dass ich wieder voll angreifen kann.“ Und dies im wahrsten Sinne des Wortes, denn auch in der heimischen DKB-Arena sind seine Stürmerqualitäten gefragt. Vor zehn Tagen gegen den VfB Stuttgart II hatte Halil Savran das erste Heimtor der laufenden Saison erzielt und zirkelte schließlich auch noch jene Flanke auf den Kopf von David Blacha, die dieser zum 3:1 Endstand verwertete.

Am kommenden Sonnabend ab 14 Uhr gastiert nun die SpVgg Unterhaching in Rostock und auch Halil Savran wünscht sich natürlich, dass die Punkte erneut in Rostock bleiben und der Kontakt zur Tabellenspitze gewahrt werden kann. Gleichzeitig warnt er aber auch: „In dieser Liga kann Jeder Jeden schlagen. Und Unterhaching ist eine unangenehm zu bespielende Mannschaft.“