Champions League:

Schalke befreit sich mit 3:0 - Dortmund verliert

Währen Schalke feiert, erlebt Borussia einen Fehlstart in die Champions League-Saison. Nicht ganz unschuldig: Trainer Klopp.

Schalke's Kevin-Prince Boateng feiert zusammen mit Adam Szalai und Julian Draxler das 2:0.
Bernd Thissen Schalke's Kevin-Prince Boateng feiert zusammen mit Adam Szalai und Julian Draxler das 2:0.

Platzverweis, Verletzungspech und ein tobender Trainer auf der Tribüne: Borussia Dortmund hat nach dem berauschenden Fußball-Märchen der Vorsaison einen schmerzhaften Fehlstart in die neue Champions-League-Spielzeit erwischt. Der BVB unterlag am Mittwochabend beim SSC Neapel zum Auftakt der schweren Gruppe F mit 1:2 (0:1). Gonzalo Higuaín (29. Minute) per Kopf und Lorenzo Insigne (67.) mit einem tollen Freistoß trafen vor 55 766 Zuschauern für den Spitzenreiter der italienischen Serie A. Juan Zúñigas Eigentor (87.) kam für die Dortmunder zu spät.

Gäste-Keeper Roman Weidenfeller sah wegen Handspiels außerhalb des Strafraums Rot (45.+1), Trainer Jürgen Klopp musste wegen heftigen Meckerns auf die Tribüne. Zudem verletzte sich auch noch Nationalspieler Mats Hummels und muss eine Zwangspause befürchten. „Es sind viel zu viele Dinge schiefgelaufen, angefangen von meiner Roten Karte. Den Schuh muss ich mir anziehen, das war absolut doof“, bekannte Klopp. „Das muss ich erstmal sacken lassen. Das Spiel lebte von drei unglücklichen Momenten. Ich fand nicht, dass wir schlechter waren“, sagte Club-Präsident
Reinhard Rauball.

Klopp setzte bewusst auf defensive Ausrichtung

116 Tage nach der knappen Final-Niederlage gegen den FC Bayern wurde das Duell der beiden nationalen Tabellenführer am Fuße des Vesuvs für die Dortmunder ein Abend zum Vergessen. Nach fünf Siegen in den ersten fünf Bundesliga-Partien war es die erste Schlappe der Saison für die Schwarz-Gelben.

Dabei hatte Coach Klopp gegen Maradonas Erben bewusst auf eine etwas defensivere Ausrichtung gesetzt und deshalb zunächst auf den zuletzt starken Pierre-Emerick Aubameyang verzichtet. Als einziger Neuzugang stand Henrich Mchitarjan in der Startelf, enttäuschte allerdings. Die Dortmunder standen ungewohnt tief und gerieten unter Druck, weil sich ins eigene Aufbauspiel zu viele Fehler schlichen.

Jens Keller: "Das 1:0 war ein Glückstor"

Ganz anders dagegen Schalke 04. Mit der neuen Leitfigur Kevin-Prince Boateng hat der Club den erhofften Auftaktsieg eingefahren. Atsuto Uchida (67.) mit einem Glücksschuss, Boateng (78.) und Julian Draxler (85.) erzielten die Tore beim verdienten, wenngleich zu hoch ausgefallenen 3:0 (0:0) der Königsblauen im ersten Vorrundenspiel der Gruppe E gegen Steaua Bukarest. Drei Tage vor dem Liga-Klassiker gegen den FC Bayern München blieben die Schalker zum dritten Mal in Serie ohne Gegentor, machten vor 49 358 Zuschauern den angepeilten Dreier aber erst in der Schlussphase perfekt.

„Wir sind überragend in die Champions League gestartet und haben vor allem wieder zu Null gespielt. Das freut mich wahnsinnig. Das 1:0 war ein Glückstor, aber sowas braucht man auch mal und damit war das Spiel gelaufen“, stellte Trainer Jens Keller erleichtert fest.

Julian Draxler, der zwei Tage vor seinem 20. Geburtstag als Vorbereiter des 2:0 und Schütze des dritten Tores glänzte, meinte: „Es war nicht so leicht, wie es das Ergebnis widerspiegelt. Wir haben eine Menge Geduld mitgebracht, aber am Ende war es verdient.“

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