Unter Pep:

Schweinsteiger sucht seinen Platz

Im System von Star-Trainer Guardiola hat der Ur-Bayern-Profi noch nicht die passende Rolle gefunden.

Bastian Schweinsteiger droht ein „Bank-Platz“.
Andreas Gebert Bastian Schweinsteiger droht ein „Bank-Platz“.

Wenn Pep Guardiola in seinem ordentlichen, aber noch nicht perfekten Deutsch Lob verteilen will, gehen ihm oft die Worte aus. Vor allem, wenn es um Einzelkritik geht. Als Trainer des FC Bayern ist der Spanier auch so etwas wie PR-Mann Nummer eins bei den Münchnern, seine Profis bezeichnet er gern verknappt als „Super-Super-Spieler“. Etliche Bayern-Stars haben dieses Markensiegel bereits von Guardiola angeheftet bekommen – inzwischen auch Bastian Schweinsteiger. Dabei ist dessen Situation nicht wirklich super.

Der Vizekapitän ist zurzeit auf der Suche nach seiner Rolle im System Guardiola. Das in der so erfolgreichen Vorsaison erprobte 4-2-3-1-System mit dem Duo Schweinsteiger und Javi Martínez als Chefabräumer scheint ausgedient zu haben. Stattdessen setzte der neue Starcoach zuletzt vornehmlich auf ein 4-1-4-1, das er bereits zu glorreichen Barça-Zeiten nahezu zur Perfektion entwickelt hatte.

Unsicherheiten bei den Bayern steigen

Die Wahrscheinlichkeit, dass Guardiola auch zum Bundesligastart kommenden Freitag auf die neue taktische Formation setzt, ist groß. Klar ist, dass die Unsicherheiten bei den Bayern-Profis steigen – allen voran bei Schweinsteiger, gerade zum Fußballer des Jahres gekürt. In der vorigen Saison hatte er mit Martínez eine stabile Doppel-Sechs gebildet. Nun plant Guardiola seinen Landsmann aber als Innenverteidiger ein und holte aus Barcelona Wunschspieler Thiago – einen weiteren gelernten Sechser.

Von zwei Planstellen im defensiven Mittelfeld gibt es künftig also nur noch eine, aber umso mehr Kandidaten. Kaum vorstellbar, dass der Trainer Thiago als Mann für die Bank einplant. Die könnte im Extremfall gar Schweinsteiger drohen, zumal der 29-Jährige nach seiner Fußoperation noch jede Menge Nachholbedarf aufweist.