Eiskunstlauf:

Trainer Steuer rechnet fest mit Olympiagold

Innerhalb von zehn Jahren stieg das Eiskunstläuferpaar Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy aus dem Nichts in die Weltspitze auf. Die viermaligen Paarlauf-Weltmeister gehören zu den Favoriten bei Olympia. Mit ihrem Chemnitzer Trainer Ingo Steuer sprach Marc Meister.

Trainer Ingo Steuer mit seinen Goldhoffnungen Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy.
Archiv Trainer Ingo Steuer mit seinen Goldhoffnungen Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy.

In Deutschland glänzten schon immer Paare auf dem kalten Parkett. Bereits 1908 tanzten die Münchner Anni Hübler und Heinrich Burger zu Olympiagold. Viele weitere Medaillenpaare folgten. Auch Sie Herr Steuer standen mit ihrer Partnerin Mandy Wötzel schon auf dem olympischen Siegerpodest. Heute sind sie Trainer. Wo ordnen Sie Aljona und Robin in der Galerie deutscher Eislaufpaare ein?

Aljona und Robin bieten das Anspruchsvollste, was im deutschen, ich würde sogar sagen im Welteiskunstlauf bei den Paaren bisher geboten wurde. Wenn ihnen in Sotschi eine fehlerfreie Kür gelingt, dann ist meinem Paar selbst in Russland, trotz der einheimischen Konkurrenz, Gold nicht zu nehmen.

Wie hat sich das Paar gefunden?

Das Paar hat sich durch mich gefunden. Robin hatte in Erfurt mit dem Eiskunstlauf begonnen. Später kam er zu uns nach Chemnitz, doch seine Partnerin beendete ihre Karriere. Robin arbeitete deshalb auf dem Bau und trainierte nur abends. In der Ukraine stand Junioren-Weltmeisterin Aljona Sawtschenkow alleine da, weil ihr Partner Stansilaw Morosow eigene Wege ging. Ich erfuhr davon und holte Aljona zum Probetraining mit Robin nach Chemnitz. Ich erkannte sofort, dass dieses Paar Karriere machen könnte. 2005 erhielt Aljona einen deutschen Pass und somit stand einem Olympiastart 2006 nichts im Wege. In Sotschi erlebt sie nun bereits ihre dritten Spiele.

Mit der aktuellen Kür begeisterte ihr Paar bereits in Moskau, in Japan und bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin. Wie sind Sie auf die Musik gekommen?

Ich hatte das Nussknacker-Ballett mit der Musik von Peter Tschaikowski schon sechs Jahre lang im Kopf. Im Sommer dachte ich dann: Jetzt ist das Paar soweit, dass es die Musik umsetzen kann. Die Kür ist ein Gesamtkunstwerk geworden. Ich war beim Weltcup in Moskau sogar ein bisschen erschrocken, wie Aljona und Robin gefeiert wurden. Die Moskauer kennen sich aus mit dem Märchen vom Mäusekrieg von ETA Hoffmann und ebenso mit der Musik von Peter Tschaikowski. Der Beifall stimmt mich optimistisch für Olympia. Ich bin froh, dass ich mit der Kürmusik bis zum Beginn der olympische Saison gewartet habe. Eine deutsche Geschichte mit russischer Musik, das gefällt den Leuten in Russland.

Die Kostüme passen ebenfalls zu diesem Gesamtkunstwerk. Wer hat die Kostüme entworfen.

Aljona zusammen mit der Berlinerin Britta Gericke. Die Designerin hat durch wundervolle Entwürfe für die Turniertänzer schon Berühmtheit erlangt.

Nur die Chemnitzer zeigen den dreifachen Wurfaxel. In Moskau ging er daneben. Wäre es nicht besser das Risiko zu meiden?

Im Endeffekt entscheiden die Sportler, ob sie ein Element zeigen oder weglassen. So ist das auch mit dem dreifachen Wurfaxel. Wir sind aber gewillt, den dreifachen Axel in Sotschi zu zeigen. Nach dem Axel-Sturz von Moskau haben wir einige Tage den Sprung nicht trainiert, weil Aljona Schmerzen hatte. Inzwischen gehört der dreifache Axel längst wieder zu unserem Trainingsprogramm.

Beim Paarlauf schwingt die Liebe mit, das wird zumindest behauptet. Aljona und Robin gehen privat eigene Wege und sind trotzdem weltklasse. Wie erklären Sie sich das?

Ganz einfach. Ihr Können fußt auf der Liebe zum Eis und ihrem Sport.

Während Aljona von Abschied spricht, lässt Robin die Frage noch offen. Wie sehen Sie die Zukunft?

Ich denke schon, dass sich beide nach Olympia oder spätestens nach der WM vom Wettkampfsport verabschieden werden. Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Wir halten das Thema bis nach den Winterspielen klein. Wir machen uns da keinen Stress.

Haben Sie sich über ihre eigene Zukunft schon Gedanken gemacht?

Ich lasse alles auf mich zukommen. Vielleicht gehe ich ganz vom Eis weg. Vielleicht organisiere ich auch Shows. Jetzt habe ich eine Eisshow in Chemnitz für den Sparkasseverband organisiert. Am 26. April veranstalte ich ein großes Schaulaufen, bei dem ich die gesamte Choreografie mache. Vielleicht bietet sich mir auch irgendwo auf der Welt ein neuer Job als Trainer.

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