4. Fußball-Liga:

TSG Neustrelitz fährt geschwächt nach Jena

Wenn Fußball-Regionalligist TSG Neustrelitz am Sonntag beim Verfolger FC Carl Zeiss Jena (Anstoß 13.30 Uhr/Ernst-Abbe-Sportfeld) im letzten Spiel des Jahres 2013 und gleichzeitig dem ersten Spiel der Rückrunde antritt, wird ein wichtiger TSG-Akteur fehlen.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Union Berlin II geht es für die TSG-Kicker um Stürmer Velimir Jovanovic (blaues Trikot) am Sonntag zum Tabellendritten FC Carl Zeiss Jena.
Matthias Schütt Nach dem 1:0-Sieg gegen Union Berlin II geht es für die TSG-Kicker um Stürmer Velimir Jovanovic (blaues Trikot) am Sonntag zum Tabellendritten FC Carl Zeiss Jena.

Abwehrmann Lukas Novy, der bisher keine einzige Spielminute in 15 Ligapartien verpasste, dabei ein Tor schoss und vier vorbereitete, muss aufgrund seiner fünften Gelben Karte passen. Das bedeutet auch, dass TSG-Coach Thomas Brdaric seine erfolgreiche Abwehr, die seit zehn Spielen immer in der selben Formation auflief, umbauen muss.

Bereits am Sonnabend geht es für die Fußballer aus Mecklenburg samt Betreuerstab nach dem Vormittagstraining und Mittagessen auf die Reise nach Gera, wo der TSG-Tross übernachtet und dann am Sonntag die restlichen 50 Kilometer nach Jena in Angriff nimmt.

Beste Defensive der Nordost-Staffel

In den letzten sechs Saisonspielen kassierte die beste Defensive der Liga (nur sechs Gegentore) gar keinen Gegentreffer. Zuletzt musste TSG-Schlussmann Daniel Bittner vor knapp zwei Monaten im Auswärtsspiel gegen den SV Babelsberg 03 (1:2) hinter sich greifen. Selbst die offensivstarke Truppe vom 1. FC Union Berlin II verzweifelte am vergangenen Wochenende unter den Augen von Jena-Coach Andreas Zimmermann gegen die TSG-Truppe.

Nun heißt es also improvisieren und umbauen. „Das ist schon eine spezielle Herausforderung für uns, der wir uns aber stellen. Wir werden die Position neu von Lukas Novy besetzen, aber dennoch schlagkräftig sein“, so TSG-Trainer Thomas Brdaric, der seinen gegenüber, Jena-Coach Andreas Zimmermann, noch aus der aktiven Zeit kennt. Im DFB-Pokal 2002/2003 gewann Thomas Brdaric mit Bayer Leverkusen damals bei Rot-Weiss Essen (1:0) mit Andreas Zimmermann in den Reihen. Sicherlich hätte der TSG-Trainer nichts dagegen, wieder zu gewinnen. Dies wäre dann für den Spitzenreiter Sieg Nummer 14 in Serie und ein nachträgliches Nikolausgeschenk für den gesamten Verein. „Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, wollen aber mit etwas Zählbarem aus Jena heimkehren“, sagte TSG-Präsident Hauke Runge, wollte sich aber gleichzeitig nicht an Spekulationen um einen möglichen Aufstieg beteiligen. „Die Stärke der TSG war immer Zurückhaltung und wir haben in der Rückrunde noch 15 schwere Spiele vor der Brust.“

Auch bis ins thüringische Jena hat sich mittlerweile rumgesprochen, dass bei der TSG guter Fußball gespielt wird. In der Tabelle haben die Neustrelitzer gegen den selbsternannten Aufstiegsfavoriten schon zehn Punkte Vorsprung. Somit stehen die Jenaer schon gehörig unter Druck und in der „Muss-Situation“, unbedingt zu gewinnen, um den Rückstand auf die Neustrelitzer noch vor der Winterpause zu verringern. Auf irgendwelche Wetterkapriolen und Daten wollen sich die Neustrelitzer nicht verlassen und bereiten sich konzentriert auf die Aufgabe Jena vor und gehen davon aus, dass das Match trotz Schneewarnung stattfindet. „Die Stadt Jena und der Verein tun alles, damit das Spiel stattfindet“, sagte Oliver Bornemann, Sportlicher Leiter der TSG vor dem Kick.

Sponsor will in Jena Millionen investieren

Unterdessen wurde auch bekannt, dass ein belgischer Unternehmer den FC Carl Zeiss Jena zurück in den bezahlten Fußball führen möchte. Wie der Verein mitteilte, plant Roland Duchatelet ein millionenschweres Engagement bei dem finanziell angeschlagenen Fußball-Regionalligisten.

Der Klubbesitzer des belgischen Erstligisten Standard Lüttich will insgesamt 49 Prozent Anteile der Jenaer Fußball-Spielbetriebs-GmbH für zwei Millionen Euro erwerben. Darüber hinaus sind dem Verein Zahlungen von mindestens vier Millionen Euro in den nächsten vier Jahren garantiert.