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Weltmeister auf Streife

Spitzensportler sorgen für die Zukunft vor: Die Kanuten Erik Rebstock und Paul Mittelstedt machen eine Ausbildung bei der Bundespolizei – und gehen weiter auf Medaillenjagd.

Paul Mittelstedt (r.) sorgt im Dienst der Bundespolizei für Ordnung und Sicherheit am Neubrandenburger Bahnsteig. Im Frühjahr und Sommer trägt er das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Paul Mittelstedt (r.) sorgt im Dienst der Bundespolizei für Ordnung und Sicherheit am Neubrandenburger Bahnsteig. Im Frühjahr und Sommer trägt er das Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Die beiden Kanuten des SC Neubrandenburg Erik Rebstock und Paul Mittelstedt haben es sportlich schon weit gebracht. Der 26-jährige Rebstock ist dieses Jahr Weltmeister im Vierer-Canadier über 1000 Meter geworden und gewann in der selben Kategorie schon die Europameisterschaft. Der 25-jährige Mittelstedt holte 2011 den Weltmeistertitel im Vierer-Kajak, ein Jahr vorher wurde er Vize-Europameister im Einer-Kajak.

Die beiden Mittzwanziger zählen zweifelsohne zu Deutschlands Spitzensportlern. Vom Sport leben können sie trotzdem nicht. „Dazu muss man ein absolutes Ausnahmetalent sein“, sagt Mittelstedt. Der Kanusport sei eben eine Randsportart. Dennoch zahlte sich der Einsatz in der Nationalmannschaft für Rebstock und Mittelstedt aus. Wer dem Bundeskader angehört, ist berechtigt, in die Sportfördergruppe der Bundespolizei aufgenommen zu werden. „Und dort zu bleiben“, wie Mittelstedt betont. Anders als zum Beispiel bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr. „Dort bist du raus, wenn du deine Leistung nicht mehr bringst.“ Die berufliche Perspektive war für beide der Hauptgrund, die Ausbildung bei der Bundespolizei zu beginnen. Dort sind die beiden Kanuten nun Anwärter im Mittleren Polizeivollzugsdienst.

Karriere bei der Bundespolizei möglich

„Wir sind jetzt in sportlicher Höchstform“, sagt Rebstock und weiß, dass sich das ändern wird. Bei der Bundespolizei habe er später nicht nur einen Arbeitsplatz. Er könne dort sogar bis in den höheren Dienst aufsteigen. Und damit Karriere nach der Karriere machen.

Im Moment ist die Ausbildung aber vor allem eine Doppelbelastung. Von August bis Weihnachten sitzen die beiden täglich zehn Stunden in der Polizeischule. Abends wird trainiert. In der knappen Zeit dazwischen muss gelernt werden. „Das zehrt ganz schön“, weiß Paul Mittelstedt. Auch Erik Rebstock sagt: „Geschenkt wird einem nichts.“

Sportler müssen die selben Prüfungen ablegen

Immerhin gibt die Bundespolizei den Anwärtern der Sportfördergruppe etwas mehr Zeit. Drei Jahre statt normal zweieinhalb dauert ihre Ausbildung. Vier Monate im Jahr sind für die berufliche Ausbildung vorgesehen, acht Monate werden die Sportler freigestellt. In diese Zeit fallen Wettbewerbe und Meisterschaften. Der Sport ist dann der Dienst. Die Sportler müssen die selben Prüfungen ablegen und auf dem gleichen Stand sein wie die anderen Anwärter der Bundespolizei. Sie müssen ebenso Schießübungen absolvieren und auch die praktische Arbeit eines Bundespolizisten erlernen.

Zwischen all dem die richtige Balance zu finden, sei eine enorme Schwierigkeit, sagt Mittelstedt. Trotz allem bleibt die Entscheidung für ihn richtig. „Ich mache eine Berufsausbildung, die mir den Sport ermöglicht.“ Und auch Erik Rebstock will auf den Sport nicht verzichten: „Ich mache den Sport nicht aus Spaß. Ich will erfolgreich sein.“

Das große sportliche Ziel der beiden ist die Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2016 in Brasilien.