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Sportfest: Flotte Rhythmen und so manche Herausforderung

Von unserer MitarbeiterinChris GombertDas zweite Integrative Sportfest erfreute Groß und Klein am Wochenende in Löcknitz. Ob Korbball, Trommeln oder ...

Hier gibt der Rollstuhlfahrer und -trainer vom VBRS (rechts) Steve Dahnke Anweisungen, wie er mit den rechten Rädern über eine Schiene fahren kann. [KT_CREDIT] FOTOs: Ch. Gombert

Von unserer Mitarbeiterin
Chris Gombert

Das zweite Integrative Sportfest erfreute Groß und Klein am Wochenende in Löcknitz. Ob Korbball, Trommeln oder Rollstuhlparcours, die Teilnehmer stellten sich jeder Herausforderung. Und viele Helfer sorgten dafür, dass es wieder ein gelungenes Fest wurde.

Uecker-Randow.Als Schirmherr begrüßte Lothar Meistring, der Bürgermeister von Löcknitz, die Teilnehmer des 2. Intergrativen Sportfestes in der Randow-Halle. Viele Worte wurden nicht gesprochen, es stand der Sport im Mittelpunkt. Aber eine Idee brachte er unter die Leute. „Die Veranstalter könnten sich mal Gedanken machen, dieses Sportfest in die wärmere Jahreszeit zu verlegen und dann das Gelände der Badeanstalt zu nutzen. Dort gibt es viele andere Möglichkeiten der sportlichen Betätigung.“ Mit dieser Anregung ließ Meistring den Organisatoren Zeit zum Grübeln.
Flotte Rhythmen ertönten zur Erwärmung aus den Boxen und Ulrike Nechels hatte etwa 100 Menschen mit und ohne Handicap mit ihren Bewegungen in ihren Bann gezogen. Es wurde gehüpft, getanzt, alle Körperteile waren ständig in Bewegung, bis auch der letzte Muskel erwärmt war. Thomas Plank vom mitorganisierenden Kreissportbund (KSB) moderierte und übernahm die Parcoursleitung. Laufzettel mit allen Stationen für die Teilnehmer gab es im Vorfeld. Die Stationen wurden von Schülerinnen und Schülern des Oskar-Picht-Gymnasiums Pasewalk betreut. Sie hatten im Vorfeld die Jugendleitercard erworben. Überall wo es was zu sehen oder zu organisieren gab, war Ursula Falk vom Behindertenbeirat Uecker-Randow-Region zur Stelle. Sie hatte den Hut auf und freute sich, dass alles reibungslos ablief. Wie schon im vergangenen Jahr, waren auch am Sonnabend Vertreter vom Verband für Behinderten- und Rehabilitationssport (VBRS) dabei. Sie kamen extra aus Rostock und Schwerin nach Löcknitz. Die Rollstuhlstation, bei der die Teilnehmer verschiedene Hindernisse im Rolli absolvieren mussten, kam bei den meisten sehr gut an. Steve Dahnke von der Gemeinnützigen Wohn- und Werkstätten GmbH Pasewalk (GWW) meinte: „Es ist gar nicht so einfach, mit dem Rollstuhl über Hindernisse zu fahren. Für Fußgänger ist es leicht, eine Treppe zu steigen, aber ein Rollstuhlfahrer hat schon Probleme mit einem erhöhten Bordstein.“ GWW-Mitarbeiter, die in den Wohnheimen in Pasewalk und Strasburg wohnen, waren ebenso beteiligt wie Schülerinnen und Schüler der Randow-Schule Löcknitz und Leute aus psychiatrischen Einrichtungen der Umgebung. Eine Vertreterin des VBRS ist auch Ulrike Nechels, die mit allen Gruppen auf Pezzibällen trommelte. Die abwechslungsreiche Musik animierte zum lauten und leisen, langsamen und schnellen Trommeln, zum Bewegen um die Bälle oder auch zum gemütlichen Sitzen hinter den Bällen.
Wer dachte, dass Korbball eine leichte Übung sei, der wurde eines Besseren belehrt. Denn der Werfer musste sich in einen Rollstuhl setzen. Aus dieser Perspektive ist es nicht jedem gelungen, den Ball im Basketballkorb zu versenken. Viele andere Aktivitäten wie beispielsweise Kuhhockey, Curling und Büchsenwerfen mussten bewältigt werden. In einem Drittel der Halle konnten die Fußballer ihr Können unter Beweis stellen. Für das leibliche Wohl sorgte auch in diesem Jahr wieder der Löcknitzer Arbeitslosenverband. „Ich freue mich, dass es keine besonderen Vorkommnisse gab. Alle Beteiligten hatten ihren Spaß. Und der Gedanke des Bürgermeisters, so ein Sportfest mal in die Badeanstalt zu verlegen, beschäftigte mich schon ein wenig,“ freute sich Ursula Falk und bedankte sich bei allen Organisatoren, die wieder einmal geschafft hatten, so ein Sportfest auf die Beine zu stellen. „Es ist ein bisschen schade, dass kaum Menschen ohne Behinderung den Weg hierher gefunden haben, “ resümierte Liane Pliguett, Erzieherin der Randow-Schule Löcknitz.