Aufatmen im deutschen Profifußball:

Befristete Verträge sind im Fußball rechtens

Das gängige System befristeter Verträge im Fußball bleibt vorerst, wie es ist. Das entschied ein Landesarbeitsgericht am Mittwoch im "Fall Heinz Müller".

Torwart Heinz Müller hatte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Mainz 05 geklagt. Es ging um befristete Vertäge im Fußball.
Fredrik von Erichsen Torwart Heinz Müller hatte gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Mainz 05 geklagt. Es ging um befristete Vertäge im Fußball.

Dem deutschen Profifußball bleiben radikale Umwälzungen erst einmal erspart. In einem brisanten Rechtsstreit zwischen dem Bundesligisten FSV Mainz 05 und seinem früheren Torwart Heinz Müller entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz am Mittwoch, dass Vereine ihren Spielern auch weiterhin befristete Zwei-, Drei- oder Vierjahresverträge geben können.

Bei Profifußballern liege eine "Eigenart der Arbeitsleistung" vor, heißt es in der Urteilsbegründung. Arbeitsrechtlich bräuchten sie deshalb auch nicht wie "normale" Arbeitnehmer behandelt werden. Vereine und Verbände befürchteten daraufhin einen neuen "Fall Bosman" bis hin zum völligen Zusammenbruch des gängigen Transfersystems. Das Urteil des Landesarbeitsgerichts sorgte im Profifußball für große Erleichterung - auch wenn Müller und sein Anwalt noch in Revision gehen und vor das Bundesarbeitsgericht oder sogar vor den Europäischen Gerichtshof ziehen können.

Der heute 37 Jahre alte Müller hatte 2012 einen neuen Zweijahresvertrag in Mainz unterschrieben. Der sollte sich ab einer bestimmten Anzahl von Bundesliga-Einsätzen automatisch verlängern. Ein halbes Jahr vor Ablauf dieses Vertrages sortierte der damalige 05-Trainer Thomas Tuchel den Torwart in der Winterpause der Saison 2013/14 aus. Müller musste den Verein im Sommer 2014 verlassen und zog vor Gericht. Er klagte auf "Feststellung des Fortbestandes als unbefristetes Arbeitsverhältnis".