Gerichtsurteile im Schnellverfahren:

Haftstrafen für Fans nach Randale in Marseille

Die EM in Frankreich begann teilweise unrühmlich mit Ausschreitungen. Einige der Beteiligten müssen nun für längere Zeit ins Gefängnis.

Beim EM-Spiel England gegen Russia kam es zu Ausschreitungen.
Daniel Dal Zennaro Beim EM-Spiel England gegen Russia kam es zu Ausschreitungen.

Nach den Ausschreitungen von Marseille sind EM-Fans im Schnellverfahren zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in der südfranzösischen Hafenstadt verurteilte am Montag sechs Briten, drei Franzosen und einen Österreicher wegen ihrer Beteiligung an den Zusammenstößen im Umfeld des Spiels Russland gegen England. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete, erhielt ein 29-jähriger Franzose die härteste Strafe: Er wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt, die Hälfte davon auf Bewährung. Der Mann hatte drei Menschen getreten sowie mit der Faust und dem Gürtel geschlagen.

Die sechs Briten müssen für bis zu drei Monate in Haft, etwa für den Wurf einer Bierflasche in Richtung von Polizisten. "Ich entschuldige mich bei den Bewohnern und der Polizei von Marseille. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", sagte einer von ihnen vor Gericht. "Das sieht mir nicht ähnlich."

Nur ein Urteil auf Bewährung

Für einen weiteren Franzosen gab es vier Monate Haft, der dritte Einheimische bekam sechs Monate auf Bewährung - er ist der Einzige, der laut Urteil nicht ins Gefängnis muss. Fast alle Verurteilten hatten keine Vorstrafen und hatten sehr viel Alkohol getrunken. Die Strafe des Österreichers wurde in dem Bericht zunächst nicht genannt.

Die Vorkommnisse hatten Furcht vor weiteren Krawallen bei der Fußball-Europameisterschaft geschürt. An den Ausschreitungen sollen 150 russische Hooligans beteiligt gewesen sein, die es auf Randale angelegt hatten - von ihnen wurde bislang kein einziger gefasst.

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