Medienberichte:

Hansa-Chef soll dubiose Kontakte zu Ultras haben

Die Vorwürfe wiegen schwer: Hansa-Chef Dahlmann soll mit den Ultras zusammen an den Stühlen einzelner Aufsichtsräte sägen.

Bernd Wüstneck Hansa-Chef Michael Dahlmann

Der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Drittligisten Hansa Rostock, Michael Dahlmann, soll nach Recherchen des „NDR“ und der „Ostseezeitung“ deutlich engere Kontakte in die Ultra-Fanszene haben, als bisher bekannt war. Beiden Medien sollen Dokumente vorliegen, die nahelegen, dass Dahlmann unter anderem bei szenebekannten Ultras per Mail am vergangenen Wochenende um Rat gefragt hat, mit welcher Strategie er in die nächste Sitzung mit dem Aufsichtsrat gehen solle. Im Mailverkehr wird zudem deutlich, wie darüber diskutiert wird, bestimmte Personen des Aufsichtsrats zum Rücktritt zu drängen.

Bei der Mitgliederversammlung am 1. November soll eine Nachwahl für den Aufsichtsrat stattfinden, da dieser nach vier Rücktritten nur noch aus fünf Mitgliedern besteht. Bei weiteren Rücktritten droht dem Gremium der Verlust der Beschlussfähigkeit.

Dahlmann ist seit Februar 2013 im Amt und war wegen seiner Kontakte zu den Ultras immer wieder kritisiert worden. Er hatte aber stets betont, den Dialog mit allen Anhängern führen zu wollen, selbst nach gewalttätigen Ausschreitungen wie am vergangenen Mittwochabend im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg. Am Rande der Partie hatten sich Anhänger beider Vereine mit Raketen beschossen. Hansa reagierte mit der Schließung der Südtribüne, der Heimstatt der extremen Szene, für das Heimspiel am Samstag gegen Dynamo Dresden.