3. Liga:

Hansa im Pech – gut gespielt, aber kein Sieg

Mit dem Auftritt gegen Unterhaching war auch Trainer Vollmann zufrieden. Dennoch gaben die Rostocker den Sieg noch aus der Hand.

Backpfeife: Jörg Hahnel (rechts) nimmt sich Mario Erb (links) vor. Konsequenz: Gelb-Rot!
Andy Bünning Backpfeife: Jörg Hahnel (rechts) nimmt sich Mario Erb (links) vor. Konsequenz: Gelb-Rot!

Dieses Bild hatte man schon lange nicht mehr in der Rostocker DKB-Arena gesehen. Fußball-Drittligist Hansa Rostock konnte ein weiteres Mal nicht gewinnen, doch Pfiffe der Zuschauer blieben diesmal aus.

Nach dem Abpfiff drehten die Hanseaten noch eine Runde durch die Arena und ernteten dabei Applaus von den Rängen. Die Fans hatten registriert, dass die Mannschaft beim 2:2 gegen die SpVgg Unterhaching alles versucht hatte und auch Trainer Peter Vollmann war mit der spielerischen Leistung seiner Elf zufrieden: „Nach der Niederlage gegen Stuttgart habe ich von der Mannschaft eine Reaktion gefordert und die habe ich gesehen. Spielerisch war das heute okay, wir haben den Rückstand gut verkraftet und schließlich auch umgebogen. Chancen zum 3:1 hatten wir einige, und wenn ein weiteres Tor fällt, wäre Unterhaching auch nicht mehr zurückgekommen.“

Im Vergleich zum Stuttgart-Spiel hatte der Hansa-Trainer die Mannschaft kräftig umgekrempelt, drei neue Spieler integriert und auch mehrere Positionswechsel vorgenommen. So war aus der Vierer-Abwehrkette nur noch Steven Ruprecht übrig geblieben, selbst Kapitän Christian Stuff fand sich nur auf der Ersatzbank wieder. Denis Weidlich und Julian Jakobs wurden in die Verteidigung zurückbeordert und Martin Pett gab sein Saisondebüt in der 3. Liga.

Umstellungen hatten Erfolg

Dafür fanden sich Robin Krauße und Aleksandar Stevanovic in offensiveren Rollen wieder. Und diese Veränderungen schienen sich auszuzahlen, denn die erste halbe Stunde dominierten die Hanseaten. Mit ihrem ersten Angriff gingen dann aber die Gäste in Führung. Den Schuss von Voglsammer konnte Torhüter Jörg Hahnel zunächst noch per Fußabwehr entschärfen, doch gegen den Nachschuss von Abelski, der genau unter der Latte einschlug, war er dann machtlos. Die Hanseaten reagierten diesmal allerdings nicht in Schockstarre, sondern gaben weiter Gas. „Besonders nach der Pause hat man dann deutlich gesehen, dass wir den Ausgleich unbedingt wollten. Und mit großer Leidenschaft haben wir versucht, das Spiel zu gewinnen“, registrierte Peter Vollmann den unbedingten Willen seiner Mannschaft.

Während zahlreiche gute Kombinationen nicht zum Erfolg führten, leiteten zwei Eckbälle von Aleksandar Stevanovic die Wende ein. Beim Ausgleich erwischte Marcel Ziemer den Ball direkt per Kopf und konnte sein sechstes Saisontor erzielen, während der Hansa-Stürmer vor dem 2:1 das Leder zunächst nicht voll erwischte. Die Hachinger allerdings konnten die Gefahrensituation nicht klären, was Christian Bickel zum 2:1 nutzte. Danach versäumten es die Rostocker, den Sack zuzubinden.

Gelb-Rote Karte für eine Backpfeife

Und dann kam die verhängnisvolle 82. Spielminute. „Der Elfmeter war sicherlich berechtigt“, urteilte Peter Vollmann, als Torhüter Jörg Hahnel bei seiner Rettungstat Gegenspieler Hufnagel berührte. Doch nachdem Erb verwandelte, hatte Hansa nicht nur den Sieg aus der Hand gegeben, sondern auch seinen Torhüter verloren. Während der jubelnde Torschütze das Rostocker Publikum provozierte, ging der für sein Foul bereits verwarnte Jörg Hahnel dazwischen und verpasste ihm eine Backpfeife. Ein danebenstehender Gästespieler ließ sich fallen und der Rostocker Keeper sah die Gelb-Rote Karte. Damit fehlte der Torhüter nicht nur in den Schlussminuten, sondern muss auch am Sonntag in Dortmund pausieren. Ausgerechnet in dieser wegweisenden Partie des Viertletzten beim Drittletzten, die nur einen Punkt voneinander getrennt sind, steht noch einmal Nachwuchs-Keeper Johannes Brinkies zwischen den Pfosten. Doch das ändert natürlich nichts an der Zielsetzung der Hanseaten. „In Dortmund müssen wir uns die drei Punkte holen, die wir heute verpasst haben“, weiß auch Trainer Peter Vollmann.