Nur Remis gegen Unterhaching:

Hansa Rostock stoppt Talfahrt nicht

Die Küstenkicker haben sich bemüht. Doch mehr als ein verdientes Unentschieden sprang gegen biedere Gäste aus Bayern am Ende nicht für die glücklosen Hanseaten heraus.

Eine Tätlichkeit nach dem Elfmeter war der Grund, dass Hansas Torwart Jörg Hahnel vorzeitig duschen gehen musste.

Endlich einmal gut gespielt, aber wieder nicht gewonnen: Für Hansa Rostock liegt über der DKB-Arena im Fußballjahr 2014 ein Fluch. «Das ist bitter. Wir haben das ganze Spiel kontrolliert, viele Chancen liegen gelassen und führen trotzdem noch 2:1», haderte Stürmer Marcel Ziemer nach dem 2:2 (0:1) gegen die SpVgg Unterhaching. Der eine Zähler verhinderte gerade noch so, dass der einstmals stolze Bundesligist erstmals in seiner Geschichte auf einen Abstiegsplatz der 3. Fußball-Liga abrutschte.

Wirklich freuen über diesen vermeintlichen Glücksumstand konnte sich keiner der Protagonisten. Trainer Peter Vollmann schon gar nicht. Der 56-Jährige hatte hingegen allen Grund, mit dem dienstältesten Hanseaten hart ins Gericht zu gehen. Jörg Hahnel, der seit 2006 in Rostock das Tor hütet, verursachte erst den Foulelfmeter, den Mario Erb (82.) zum völlig unverdienten Ausgleich für die Gäste verwandelte.

"Zum Glück haben wir nicht noch verloren"

Dann schubste der 32 Jahre alte Routinier den Torschützen auch noch um und war mit Gelb-Rot dafür noch gut bedient. Der Grund: Eine provozierende Geste von Erb in Richtung von Hansas Auswechselspielern. «Das darf dem Jörg nicht passieren. Er ist ein so erfahrener Spieler. Zum Glück haben wir nicht noch verloren», sagte Vollmann nach dem turbulenten Spiel, in dem Hansa den zweiten Heimsieg des Jahres vor den noch 6500 Unentwegten in der Arena mehr als verdient hätte.

Das Halbzeitergebnis stellte den Spielverlauf total auf den Kopf. Die Hanseaten bestürmten vom Anpfiff weg das gegnerische Gehäuse und hatten auch einige Großchancen. Deren beste vergab in der 20. Minute Steven Ruprecht, dessen Kopfball von Markus Schwabl von der Torlinie geholt wurde. Die Gäste kamen nur einmal wirklich gefährlich vor das Hansa-Tor, aber der Ball war drin. Alon Abelski (32.) versenkte einen Abpraller unhaltbar ins Dreiangel.

Stadion nur zu einem Viertel gefüllt

Die Rostocker kamen aber zurück und griffen weiter mutig an. Ziemer besorgte per Kopf mit seinem sechsten Saisontor sieben Minuten nach Wiederanpfiff den Ausgleich, Bickel legte mit seinem dritten in der 64. Minute nach. Das nur zu einem Viertel gefüllt Stadion schickte sich schon zum Feiern an. Bis Hahnel sie aus allen Träumen riss und die harmlosen Hachinger belohnte. Das sah auch deren Trainer Christian Ziege so: «Wir haben nicht so gespielt, wie wir das können, und müssen mit dem Punkt mehr als zufrieden sein.»

Die Hanseaten waren es verständlicherweise nicht und müssen nun zum nächsten Abstiegsgipfel rüsten. «Jetzt fahren wir nach Dortmund, um dort die drei Punkte zu holen», kündigte Trainer Vollmann an. Wohlan, es könnte gelingen: Auswärts hat Hansa in der noch jungen Saison bereits zweimal gewonnen, daheim erst einmal.

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