3. Liga:

Hilflos, tatenlos, sprachlos: Hansa taumelt

Rostock stürzt in der 3. Liga immer weiter ab. Das Team kassierte mit einem 0:3 bei den Stuttgarter Kickers die fünfte Pleite aus den vergangenen sechs Spielen. Trainer Vollmann sieht sich dennoch noch nicht am Ende.

Wirkt langsam ratlos: Hansa-Coach Peter Vollmann
Bernd Wüstneck Wirkt langsam ratlos: Hansa-Coach Peter Vollmann

In der Halbzeitpause schallte Helene Fischers „Atemlos durch die Nacht“ aus den Stadionlautsprechern, davor und danach hangelten sich Hansa Rostocks Kicker hilflos, tatenlos und sprachlos durch den Tag. „Was soll man nach so einem Spiel auch groß sagen, außer sich entschuldigen. Dass niemand etwas sagt, zeigt, wie tief der Stachel sitzt“, sagte Trainer Peter Vollmann nach dem 0:3 (0:3) seiner wehrlosen Elf bei den Stuttgarter Kickers. Nach der fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Spielen taumelt der einstige stolze Fußball-Erstligist der Viertklassigkeit ein Stück weiter entgegen.

Eine Trotzreaktion hatte Vollmann von seinem dezimierten Team nach dem 1:3 gegen den MSV Duisburg gefordert. Seine Mannen hatten offenbar nicht zugehört. Vor allem die Defensive, in der Mittelfeldspieler Kai Schwertfeger anstelle von Pelzer die linke Seite dicht machen sollte, war eine einzige Katastrophe. Vor 4060 Zuschauern gingen die Gastgeber durch einen Treffer von Besar Halimi (12.) in Führung. Nachdem Stuttgarts Fabian Baumgärtel mit einem Freistoß nur den Pfosten getroffen hatte, sorgte Elia Soriano (25.) für das 2:0. Sandrino Braun (27.) erhöhte weiter mit einem Abstaubertor und besorgte damit schon den Endstand. „Wir haben versucht, Zugriff im Mittelfeld zu bekommen, das ist uns nicht gelungen“, befand der Hansa-Coach noch moderat.

Allen Gegentoren gingen haarsträubende Abwehrfehler voraus. Das Horrorszenario machte die Fans erst wütend und lähmte sie dann. Immerhin rund 1000 hatten sich auf den über 800 Kilometer weiten Weg ins Schwabenland gemacht. Nach einer guten halben Stunde drangen einige von ihnen durch ein offenes Tor in den Innenraum, konnten von den Ordnern aber zurückgedrängt werden. Danach nahmen sie die mitgebrachten Spruchbänder von den Zäunen ab und nahmen das erschreckende Treiben ihrer Protagonisten mehr oder weniger emotionslos hin.

Der mit jahrzehntelanger Trainererfahrung ausgestattete Vollmann glaubt dennoch, mit seinem Latein noch nicht am Ende zu sein. „Ich schaue immer nach vorne. Das habe ich immer so gemacht und werde es auch weiter tun. Das ist die beste Formel“, sagte der 56-Jährige.

Die Vereinsführung hatte ihm trotz des äußerst bedenklichen Saisonstarts bislang eine sehr gute Arbeit bescheinigt. Vollmann ist der Meinung, dass dies trotz der peinlichen Pleite so bleibt: „Ich denke, dass die Leute, die um mich herum arbeiten, mich kennen. Ich habe ihr Vertrauen und ich vertraue ihnen. Das ist der wichtigste Punkt.“

Für die Analyse bleibt den Rostockern jetzt immerhin zwei Wochen Zeit, denn in der 3. Liga geht es erst am 18.Oktober mit dem Heimspiel gegen die SpVgg Unterhaching weiter. Zuvor muss man sich aber im Pokalspiel am 11. Oktober beim Landesligisten Hagenower SV neues Selbstvertrauen holen.

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