Sicherheit im Fußball:

Mütter von Hooligans als Ordner im Stadion?

Mütter, die im Stadion ihre Randale-Söhne im Auge behalten – die Idee klingt einfach und gleichzeitig verrückt. Ein Verein in Brasilien hat sie bereits erfolgreich umgesetzt. Ist dieses Modell auch in der Rostocker Südkurve denkbar?

Wie viel Sinn würde es machen, beim Ost-Derby zwischen Hansa und Dynamo Dresden Mütter von gewaltbereiten Fans als Ordner einzusetzen?
Thomas Eisenhuth Wie viel Sinn würde es machen, bei dem Ost-Derby zwischen Hansa und Dynamo Dresden Mütter von gewaltbereiten Fans als Ordner einzusetzen?

Fanprojekte und Stadionverbote - was haben die Profi-Vereine nicht alles schon versucht, um Hooligan-Ausraster zu vermeiden? Ein brasilianischer Fußballclub macht mit einer pfiffigen Idee vor, wie man gewaltbereite Fans im Stadion im Zaum halten kann. Der Sport Club do Recife setzt Mütter von einschlägig bekannten Hooligans als Ordner im Stadion ein. Im Risikospiel gegen den Stadtrivalen hat das ungewöhnliche Projekt gleich Wirkung gezeigt. Die Mütter hatten ihre Lümmel so gut im Blick, dass es anders als sonst nicht zu Zwischenfällen kam.

Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) gehören gewaltbereite Fans aus Rostock, Dortmund und Dresden zu den Chaoten, die der Polizei mit die meisten Probleme bereiten. Für diese Vereine klingt die Idee von Müttern, die in der Fankurve ihre Rabauken im Auge haben, verlockend einfach.

Polizei hält nichts von der Idee

Hansa-Rostock-Sprecher Lorenz Kubitz hält einen Einsatz von Müttern als Stadionordner schon allein deshalb für unmöglich, weil das nicht den DFB-Vorschriften entspreche. Demnach müssen Stadionordner entsprechende Sicherheitslehrlänge durchlaufen haben. Aber wäre es nicht denkbar, Müttern von gewaltbereiten Fans zumindest Freikarten zu geben?

Davon hält Marco Bialecki von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Mecklenburg-Vorpommern wenig, auch wenn viele Vereine seiner Meinung nach damit keine Probleme hätten. „Es hört sich charmant und witzig an, dürfte aber nicht praktikabel sein“, sagt der Polizist. Denn ob der mahnende Blick der Mutter Erfolg bringe, sei äußerst fraglich, weil die Lebensumstände in Brasilien und Deutschland sehr unterschiedlich seien.

 

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Kommentare (2)

Der NK sollte sich entweder mit solchen gesellschaftlich heiklen Themen umfassender beschäftigen oder aber konsequenterweise bei der sportlichen Berichterstattung über Hansa bleiben. Mit so einem Artikel ist keinem geholfen - auf welcher Grundlage ziehen Sie einen Zusammenhang zwischen einer solchen Aktion in Brasilien und der Fantribüne in Rostock? Das ist so absurd, dass sogar die Polizei diesen von Ihnen vorgetragenen Vorschlag ablehnt. Ich bitte in Zukunft um etwas mehr Weitblick und Recherche zu diesem Thema - was schon damit anfängt, dass niemand von einer "Südkurve" in Rostock spricht.

Selbst wenn die Idee noch so weit hergeholt ist, finde ich, dass man zumindest einmal drüber nachdenken kann. In der längeren Version des Artikels wird deutlich, dass es durchaus Parallelen gibt zwischen der Stadion-Mütter-Aktion und Maßnahmen der Polizei gegen gewaltbereite Fans hierzulande gibt, wie zum Beispiel sie aus der Anonymität herauszuholen. B.Vorhölter