3. Fußball-Liga:

Nach einer Achterbahn-Saison bricht Hansa auseinander

Rostock hat sich nach einer sportlich wie wirtschaftlich turbulenten Serie noch vor dem Abstieg gerettet. Nun steht ein großer personeller Umbruch bevor.

Rostocker Jubel in Dresden: Die Hansa-Spieler feiern den Klassenerhalt.
Andy Bünning Rostocker Jubel in Dresden: Die Hansa-Spieler feiern den Klassenerhalt.

Hansa Rostocks Vorstandschef stand die Erleichterung wie allen Protagonisten deutlich ins Gesicht geschrieben. „Das ist unglaublich, total irre, wenn man sieht, wo wir noch in der Winterpause gestanden haben: vier Punkte hinter einem Nichtabstiegsplatz und wirtschaftlich in extremen Schwierigkeiten“, sagte Michael Dahlmann nach der Rettung vor dem Absturz in die fußballerische Viertklassigkeit und im schlimmsten Fall in die Insolvenz.

Zu verdanken hatten die Rostocker, die zum Saisonfinale in Dresden mit 1:2 (1:1) verloren, den Ligaverbleib in letzter Instanz dem FC Rot-Weiß Erfurt, der sich nicht hängen ließ und die SpVgg Unterhaching mit einem 1:0 zum Abstieg verurteilte. „Wir mussten auf die anderen schauen, weil wir es wieder vergeigt haben. Deshalb bin ich froh, dass meine Thüringer Jungs gewonnen haben“, sagte Christian Bickel, der selbst aus der Region von Hansas Liga-Rivalen stammt. „Als das Ergebnis aus Erfurt kam, sind mir Millionen Steine vom Herzen gefallen“, bekannte Tommy Grupe, der einzige „Ur-Hanseat“ in der Startelf des Saisonfinales.

Ein Großteil des Nichtabstiegsteams wird allerdings nicht mehr mit auf die Rettung und die Lizenz anstoßen. Hansa hat nur einen Tag nach der Rettung vor dem Abstieg seinen personellen Umbruch öffentlich gemacht. Nach Vereinsangaben werden mindestens elf Spieler in der nächsten Saison nicht mehr zum Profikader gehören. Kapitän Weidlich und sein Vertreter Savran verlassen die Mecklenburger ebenso wie Sascha Schünemann, Manfred Starke, Jovan Vidovic und Shervin Radjabali-Fardi. Julian Jakobs hatte seinen Abschied bereits vor einigen Tagen verkündet. Die Leihspieler Mikko Sumusalo und Oliver Hüsing kehren zu ihren Stammvereinen RB Leipzig und Werder Bremen zurück.