Elfmeter-Krimi:

Portugal schießt sich ins EM-Halbfinale

Torwart Rui Patricio und Bayern-Neuzugang Renato Sanches lassen Portugal weiter vom ersten großen Titel träumen.

Es war über 120 Minuten ein enges Spiel, weder Polen noch Portugal konnte sich absetzen. Und so musste das Elfmeterschießen entscheiden.
Miguel A. Lopes Es war über 120 Minuten ein enges Spiel, weder Polen noch Portugal konnte sich absetzen. Und so musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Die Mannschaft Portugals um den erneut blassen Superstar Cristiano Ronaldo gewann das EM-Viertelfinale gegen Polen am Donnerstag in Marseille mit 5:3 (1:1,1:1,1:1) im Elfmeterschießen. Patricio parierte nach 120 insgesamt enttäuschenden Minuten den Schuss von Jakub Blaszcykowski.

Das Team von Superstar Cristiano Ronaldo spielt am kommenden Mittwoch bereits zum fünften Mal um den Einzug in ein EM-Finale. Für die Polen war das erste Turnier-Tor von Robert Lewandowski zu wenig. Der Bayern-Stürmer hatte sein Team mit dem zweitschnellsten Treffer der EM-Geschichte schon in der 2. Minute in Führung gebracht. Doch dann antwortete sein künftiger Teamkollege Sanches (33.).

Bayerns Millionen-Einkauf begeistert

Lewandowskis Treffer war ein dicker Patzer von Portugals Rechtsverteidiger Cédric Soares vorausgegangen. Kamil Grosicki hatte freie Bahn, seine flache Hereingabe verwandelte Lewandowski per Direktabnahme aus zehn Metern.

Portugal wirkte durch den frühen Rückstand geschockt. Erst nach 25 Minuten kamen die Südeuropäer besser in die Partie. Als Antreiber tat sich vor allem Bayerns Millionen-Einkauf Sanches hervor. Der Mittelfeldspieler krönte sein überzeugendes Startelf-Debüt bei dieser EM mit seinem ersten Länderspieltor, als er Polens Schlussmann Lukasz Fabianski mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze keine Chance ließ.

Mit 18 Jahren und 317 Tagen ist Sanches nun drittjüngster Torschütze der EM-Geschichte nach dem Schweizer Johan Vonlanthen und Englands Kapitän Wayne Rooney sowie der jüngste Spieler, der jemals in einem K.o.-Spiel bei EM-Turnieren getroffen hat.

Ronaldo hätte Strafstoß bekommen müssen

Fünf Minuten zuvor hatte Superstar Ronaldo erstmals sein Können aufblitzen lassen. Der Rekordmann, der sein 19. EM-Endrundenspiel bestritt, scheiterte an Fabianski. Kurz darauf wurde der Stürmer vom Champions-League-Sieger Real Madrid im Strafraum von Polens Abwehrmann Michal Pazdan umgestoßen, doch der deutsche Schiedsrichter Felix Brych gab den von Ronaldo geforderten Elfmeter nicht.

Der dreimalige Weltfußballer agierte auch nach dem Wechsel glücklos. Dreimal tauchte Ronaldo in der gefährlichen Zone auf - dreimal vergab er kläglich und haderte danach mit sich.

Ansonsten gab es kaum Aufreger. Für Unterhaltung sorgte lediglich ein Flitzer, der nach 108 Minuten auf den Platz stürmte. So kam es am Ende zum Showdown vom Punkt.