Sternstunden für einen Ex-Hanseaten:

Isländer erlebt sein Fußball-Wunder

Von Youtube auf die internationale Bühne: Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich die Mannschaft UMF Stjarnan bis in die Euro-League gekämpft. Der ehemalige Rostocker Gardar Johannsson und sein Team treffen auf Inter Mailand.

Gardar Johannsson im Dress der Rostocker 2010 gegen den SC Paderborn.
Archiv Gardar Johannsson im Dress der Rostocker 2010 gegen den SC Paderborn.

Anno 2010 machte sich der UMF Stjarnan auch außerhalb von Island einen Namen – damals allerdings noch nicht wegen seiner sportlichen Erfolge. Dafür waren die Fußballer aus dem südlich von Reykjavik gelegenen Vorort Gardabaer, die seit 2009 der höchsten Spielklasse des Inselstaates angehören, die kreativsten Torjubler. Zahlreiche aufwendige Choreografien, die die Mannschaft nach den eigenen Torerfolgen zelebrierte, wurden zu Internet-Hits und sind noch heute auf Kanälen wie Youtube verfügbar. Selbst eine Einladung in das Aktuelle Sportstudio ließ damals nicht lange auf sich warten!

Bei den Sternen wurde er Torjäger

Hansa-Fans kennen Stjarnan (Die Sterne) wohl auch als Heimatverein von Gardar Johannsson, der gerade in Rostock unter Vertrag stand, als die Torjubel-Choreografien entstanden. Ein Jahr später kehrte der 1980 in Gardabaer geborene Stürmer zu seinen Wurzeln zurück, lässt seither seine Karriere wieder beim UMF Stjarnan ausklingen und avancierte in der Saison 2011 (in Island wird im Kalenderjahr gespielt) zum isländischen Torschützenkönig. Damit schoss er seine Mannschaft auf Rang vier, der bis dato besten Platzierung der Vereinsgeschichte. Zwei Jahre später sorgte dann der dritte Rang in der Abschlusstabelle dafür, dass sich der UMF Stjarnan für einen Europapokal-Wettbewerb qualifizieren konnte. Erneut hatte man also die Chance, sich überregional einen Namen zu machen – diesmal nun auch über den sportlichen Erfolg. Allerdings musste man sich lange gedulden, denn die Saison in Island endete bereits am 28. September 2013. Die erste Qualifikationsrunde der Europa-League hingegen war erst für den 3. Juli 2014 terminiert. Es vergingen neun Monate.

 

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