Plakataktion:

Stadtwerke bleiben hart: Auch Nazigegner müssen blechen

Das Aktionsbündnis "8. Mai" kommt wohl nicht um das Bezahlen der Rechnung für die Protestplakate herum.

Protestplakat am Demminer Rathaus gegen einen Neonaziauftritt: Ob der Bürgermeister dafür auch zahlen muss? Vermutlich haben die Stadtbeamten das Transparent selbst angepinnt.
Thoralf Plath Protestplakat am Demminer Rathaus gegen einen Neonaziauftritt: Ob der Bürgermeister dafür auch zahlen muss? Vermutlich haben die Stadtbeamten das Transparent selbst angepinnt.

Es ist ganz einfach, wer die Musik bestellt, bezahlt. Ganz so direkt drückt sich Stadtwerke-Prokurist Karsten Behrens nicht aus, aber was er auf Nordkurier-Nachfrage zum Zoff um die Kosten für das Naziprotest-Transparent zu sagen hat, läuft auf selbiges hinaus: „Wir haben für das Aktionsbündnis eine vorher vereinbarte Dienstleistung erbracht und natürlich wird dafür eine Rechnung gestellt. Wie bei jedem anderen Auftrag auch.“ Mit anderen Worten: Wer auch immer sich in Demmin von den Stadtwerke-Leuten ein Transparent über die Straße spannen lässt, zahlt dafür. Da sei beim Politischen Aschermittwoch ebenso gewesen wie bei den Vorpommern-Patrioten, die ihre Forderung eines offiziellen „Vorpommern“-Zusatzes für Demmin bewarben. „Wir sind durch einen Beschluss des Aufsichtsrates angehalten, in diesem Punkt niemanden zu bevorzugen, auch keine Partei“, sagt Behrens. „Das wird auch so gehandhabt und bisher haben sich alle damit abgefunden.“

Der Stadtwerke-Vize weist zugleich den Eindruck zurück, das kommunale Unternehmen verweigere sich einer gesellschaftlichen Aufgabe in der Stadt. „Wir unterstützten alljährlich mehr als 30 Demminer Vereine, vom Ringersport bis zu unserem Regionalmuseum. Aber diese Sponsoringkultur muss dann auch irgendwann einmal seine Grenzen haben und gehört reglementiert. Es geht nämlich auch nicht an, dass jeder mit seinem Bittbrief kommt und wir mal 200, mal 500 Euro verteilen. Das sieht offensichtlich mancher als selbstverständlich an, aber wir sind immerhin auch noch ein Unternehmen.“

Darum bleibt die Stadtfirma dabei: Das Aktionsbündnis „8.Mai“ wird für das Anbringen der „Demmin bleibt bunt“ Transparente zu bezahlen haben, rund 500 Euro stehen dafür zu Buche. „Es geht nicht darum, was auf dem Plakat steht, sondern dass unsere Dienstleistung in Anspruch genommen wurde“, so Behrens. „Und das wird abgerechnet.“

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