Knapp und knapper:

Städte ringen ums liebe Geld

In wenigen Tagen schreiben wir schon 2015, aber noch keine Stadt in der Müritzregion besitzt einen bestätigten Haushalt für das nächste Jahr. In Malchow streitet man darum, das die Fetzen fliegen und in Penzlin sind die alten Sorgen auch wieder die neuen.

Schwierige Finanzplanung: Mehr als in dieser Börse dürfte in den Stadtkassen der Müritzregion wohl auch im kommenden Jahr kaum übrig bleiben.
Jens Kalaene Schwierige Finanzplanung: Mehr als in dieser Börse dürfte in den Stadtkassen der Müritzregion wohl auch im kommenden Jahr kaum übrig bleiben.

Die Warener sind am schnellsten. Wenn sich die Mitglieder des Finanzausschusses am Donnerstag den Entwurf für den städtischen Haushalt 2015 der Annahme durch das Warener Parlament empfehlen, könnte der Etat schon im Januar beschlossene Sache sein. Nicht nur das Tempo hat im Vergleich zu den Vorjahren deutlich angezogen. Erfreulich auch eine andere Tatsache: Zwischen Soll und Haben klafft in Waren keine Lücke. Allerdings muss die Stadt voraussichtlich für Investitionen Kredite in Höhe von einer guten Million Euro aufnehmen.

Ganz anders in Penzlin. Hier hofft Bürgermeister Sven Flechner (Wählergemeinschaft), dass die Penzliner Abgeordneten im März den Haushalt beschließen können. Aber ob etwas früher oder später: An der großen Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben wird sich nichts ändern. Die ist immerhin eine halbe Million Euro groß. Schon das dritte Jahr hintereinander geben die Penzliner mehr Geld aus, als sie besitzen. „Ein strukturelles Problem“, nennt Flechner das. Einnahmen aus Gewerbe- oder Grundsteuer fließen nur mäßig und die Zuweisungen vom Land müssen fast zu 100 Prozent an den Landkreis weitergereicht werden. „Penzlin zahlt allein rund 1,3 Millionen Euro für die Kreisumlage“, so der Bürgermeister.

Vereine drohen mit Insolvenz

In Malchow hängt wegen der Finanzen komplett der Haussegen schief. Hier haben die Fraktionen der Stadtvertretung, zum Unwillen von Bürgermeister Joachim Stein (Grüne), erzwungen, noch vor Heiligabend eine Sondersitzung einzuberufen. Denn die Abgeordneten in der Inselstadt haben noch keine Ahnung, wie der Haushalt im nächsten Jahr aussehen soll, schon jetzt haben auf städtische Gelder angewiesene Vereine der Inselstadt mit Insolvenz gedroht, sollte nicht bald endlich Klarheit herrschen. Personalprobleme im Rathaus, darauf wird immer wieder verwiesen, hätten einen rechtzeitigen Haushaltsentwurf bislang verhindert.

Auch die Röbeler gehen ohne einen beschlossenen Haushalt ins neue Jahr. Wie Bürgermeister Heiner Müller (SPD) erklärte, werde in der Kämmerei zwar mit „Hochdruck“ an dem Entwurf gearbeitet,  „beschlossen aber wird der voraussichtlich erst bei unserer ersten Stadtvertreter-Sitzung im neuen Jahr.“ Und die ist wohl erst im März 2015. Ob der Haushalt ausgeglichen sein wird, vermag Müller noch nicht zu sagen: „Das hängt von vielen äußeren Faktoren ab, natürlich auch davon, wie hoch die Kreisumlage ausfällt.“ Dass Röbel bis vermutlich März ohne einen beschlossene Haushalt auskommen muss, darin sieht Bürgermeister Müller kein Problem: Zwar müsse man sich einschränken, aber „in zweieinhalb Monaten wird wohl auch nichts anbrennen“, meint der Röbeler.

 

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